Frieden nach außen und im Innern der Gesellschaft ist ein sehr gefährdetes Gut. Moderne Waffen können alles Leben auslöschen. Dauerhafter Frieden und gewaltfreie Lösungen von Konflikten setzen aber eine neue Lebenskultur weltweiter Gerechtigkeit und Solidarität voraus, die wir erst entwickeln müssen. Diese Kultur baut auf präziseren Informationen auf, als sie die Medien liefern, fordert selbstbewusste Bürgerinnen und Bürger und einen anderen Umgang mit Tradition, Erziehung und Politik. Unsere Vortragsreihe "Wege zu einer Kultur des Friedens" in der Volkshochschule will zum Nachdenken über und zum Engagement für eine Kultur des Friedens anregen.

Übersicht aller bisheriger Veranstaltungen der Vortragsreihe (1999-2016)

 

 

Bericht  des Vortrags von Elvira Claßen am 19.01.2017 in der VHS in der Reihe "Wege zu einer Kultur des Friedens".

Frau Claßen (Dipl. Soz) ist seit 1979 in der Friedensbewegung aktiv. Seit Beginn der Friedensbewegung hat es die Suche nach Alternativen zu militärischen Einsätzen gegeben, nach Möglichkeiten der zivilen Konfliktbearbeitung, d.h. „ohne physische Gewalt anzuwenden oder diese anzudrohen“ (Def. nach Christiane Schweitzer, Bund für soziale Verteidigung BSV). Friedens- und Konfliktforschung und ihre Akteure haben Mittel und Instrumente entwickelt und in etlichen Fällen auch mit Erfolg erprobt, leider ohne in der Öffentlichkeit entsprechend gewürdigt zu werden.

Voraussetzung für die Lösung eines Konflikts ist zunächst die Analyse. Welche Interessen haben die  Konfliktparteien? Wie können sie erreichen, dass sie „auf Augenhöhe“ miteinander reden?

Diskussion mit VertreterInnen der Ratsfraktionen am 24.11.2016 in der VHS in der Reihe "Wege zu einer Kultur des Friedens".
(Moderation Dr. Inge Gerlach)

Der Referent, der über den defizitären Zustand unserer parlamentarischen Demokratie hätte sprechen sollen, war erkrankt; daher standen die eingeladenen Vertreter der Ratsfraktionen im Mittelpunkt, und die Diskussion befasste sich primär mit kommunalen Problemen.

Vortrag von Thomas Reinhard* am 20.10.2016 in der VHS in der Reihe "Wege zu einer Kultur des Friedens"

Cyberangriffe erfolgen durch offensiv in Computer(-Netze) eindringende Schadsoftware. Sie schaffen neue Perspektiven für Kriegs- und Verteidigungsstrategien und setzen eine neue Aufrüstungsspirale in Gang, wenn es nicht gelingt, im Sinne von "Cyberpeace" vertrauensbildende Maßnahmen zu etablieren.

Vortrag von Dr. Christine Schweitzer am 16.09.2016 in der VHS in der Reihe "Wege zu einer Kultur des Friedens"


Der Bund für Soziale Verteidigung, dem die Referentin angehört, erstrebt die gewaltfreie Austragung von Konflikten und möchte Militär und Rüstung abschaffen. Er zielt vor allem auf die Selbstverteidigung der Zivilgesellschaft, da diese unter militärischen Konflikten am meisten leidet.

Vortrag von Stefan Hebel am 18.08.2016 in der VHS in der Reihe „ Wege zu einer Kultur des Friedens“

 

Es geht darum, den Unfrieden in der Gesellschaft, die inneren Brüche zur Kenntnis zu nehmen.

In drei Jahrzehnten mit rigider Marktideologie, Egoismus und Konkurrenzdenken ist dem sozialen Frieden geschadet worden. Dies hat Auswirkungen auf das Denken und Fühlen der Menschen. Alternativen sind notwendig.

Vorgedacht wurde das von der Chicagoer Schule 1, Thatcher mit TINA ("There is no alternative") und ihrem Verleugnen der gesellschaftlichen Verantwortung ( Zitat "There is no such thing like society." ) Merkel setzt diese Ideologie fort. In Deutschland waren die Anfänge bei Otto Graf Lambsdorff 1982 und der Ruckrede 2 von Roman Herzog.

Vortrag von Sarah Bollmannl am 16.05.2016 in der VHS in der Reihe „Wege zu einer Kultur des Friedens“


Jede digitale Spur kann von anderen genutzt werden. Deshalb wollten wir mit dem Vortrag sensibilisieren für den Umgang mit eigenen und fremden Daten. JedeR sollte sich bewusst sein, dass wir - auch und gerade, freiwilllig oder unfreiwillig - die kostenlosen Angebote im weltweiten Netz bezahlen: Mit unseren Daten, unseren Informations- und Bewegungsprofilen.
Weiterhin wollen wir uns mit der Verfassungsbeschwerde zur Vorratsdatenspeicherung solidarisieren
(von digitalcourage initiiert: https://aktion.digitalcourage.de/weg-mit-vds?sid=2&reset=1).

 

 

Vortrag Dorothee Häussermann am 21.4.2016

In der Reihe „Wege zu einer Kultur des Friedens“ referierte Dorothee Häussermann, Mitglied bei „attac“, am 21.04.2016 in der Volkshochschule vor ca. 30 Teilnehmern unterschiedlichen Alters über Fluchtursachen besonders für Menschen in Afrika. Dieser Personenkreis flüchtet weniger vor politischer Verfolgung als insbesondere vor Armut, Hunger und wegen fehlender Lebensperspektiven. Sie werden häufig als „Wirtschaftsflüchtlinge“ bezeichnet und gelten als Asylbewerber zweiter Kategorie. Dagegen wendet sich Dorothee Häussermann.

Pressemitteilung: Einsatz der Bundeswehr im Innern
In der VHS-Veranstaltung zu Büchel nahmen am 17.3.2016 17 Personen teil.
Vortragende waren Gudula Wegmann (Friedenszentrum) und Helmut Käss (IPPNW, hier sein Bericht: http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=2728 )

Das Motto des Abends: Die Welt ist überbewaffnet und Frieden ist unterfinanziert. (Ban Ki-Moon 2009, UN-Generalsekretär)

Vortrag von Oberstleutnant a.D. Jürgen Rose am 18.02.2016, Vorstandsmitglied des Darmstädter Signal.

Die Bundeswehr im Krieg? Warum sind deutsche Soldaten in Syrien, in der Türkei, in Mali?

Vortrag von Dr. Stephan A. Glienke am 21.01.2016.

Im November 1959 eröffnete eine Gruppe von Studierenden um Reinhard Strecker die Ausstellung „Ungesühnte Nazijustiz“ in Karlsruhe. Vorausgegangen waren monatelange akribische Recherchen im Ausschuss für Deutsche Einheit in Ostberlin, später auch in Warschau und Prag. Mit Kopien von Dokumenten belegte die Ausstellung die Beteiligung von amtierenden Richtern und Staatsanwälten an rechtsförmigem Unrecht unter dem NS-Regime. Gegen 43 Richter wurden Strafanzeigen gestellt.

Die Ausstellung , die von Studenten ohne finanzielle Mittel zusammengestellt wurde, war für heutige Maßstäbe sehr einfach, aber sehr glaubwürdig. Sie wurde zwischen 1959 und 1962 in westdeutschen Städten gezeigt und löste eine enorme Pressereaktionen und intensive Diskussionen aus. Sie war die erste Ausstellung, die die personellen Kontinuitäten zwischen NS-System und der jungen Bundesrepublik aufzeigte und trug damit wesentlich zu einem historischen Lernprozess bei.

Vortrag von Professor Ulrich Menzel am 19.11.2015

Um die Kennzeichen fragiler Staatlichkeit darzustellen, stellte Prof. Menzel das „zivilisatorische Hexagon“ von Dieter Senghaas dem „Hexagon fragiler Staatlichkeit“ von Ulrich Schneckener gegenüber. In beiden Modellen werden sechs Punkte als sich gegenseitig bedingende Faktoren für den jeweiligen Zustand eines Staates herausgestellt.

In seinem Vortrag zeigte er die Veränderungen auf, die sich seit Ende des Kalten Krieges bei bewaffneten Konflikten ergeben haben. Die Charakteristika der sog. Neuen Kriege sind beispielsweise, dass es keine Kriege zwischen zwei Staaten sind, sondern zwischen befeindeten Gruppen.