WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS

Frieden nach außen und im Innern der Gesellschaft ist ein sehr gefährdetes Gut. Moderne Waffen können alles Leben auslöschen. Dauerhafter Frieden und gewaltfreie Lösungen von Konflikten setzen aber eine neue Lebenskultur weltweiter Gerechtigkeit und Solidarität voraus, die wir erst entwickeln müssen. Diese Kultur baut auf präziseren Informationen auf, als sie die Medien liefern, fordert selbstbewusste Bürgerinnen und Bürger und einen anderen Umgang mit Tradition, Erziehung und Politik. Unsere Vortragsreihe "Wege zu einer Kultur des Friedens" in der Volkshochschule will zum Nachdenken über und zum Engagement für eine Kultur des Friedens anregen.

Übersicht aller Veranstaltungen
Berichte über Veranstaltungen
Hinweis auf kommende Veranstaltungen

Gemeinsam für den Frieden.

Antikriegstag 2016

auf dem Platz der Deutschen Einheit vor dem Rathaus in Braunschweig

Samstag 3. September 2016, 11.00 - 16.00 Uhr



Informationsstände verschiedener Braunschweiger Initiativen,
... ein buntes Programm mit Musik, Kabarett und Angeboten die zum leiblichen Wohl beitragen

Veranstalter: Friedenszentrum und Friedensbündnis

Weiterlesen...

Rückblick: Gedenken an Hiroshima

Lichterprozession mit 100 Kerzen am Hiroshima-Ufer
mit Musik und Lyrik von Hans W. Fechtel

Bericht auf braunschweig-spiegel.de


Deutsches Aktionsnetz Kleinwaffen Stoppen

DAKS-Newsletter Ausgabe Juli / 2016 Nr. 130 ist erschienen

Der neue DAKS-Newsletter steht ganz im Zeichen des kürzliche veröffentlichten Rüstungsexportberichts der Bundesregierung für das Jahr 2015. Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung war bekannt geworden, dass die Genehmigungszahlen im letzten Berichtsjahr wieder gestiegen sind. Der Rüstungsexportbericht selbst enthält deshalb wenig Überraschungen. Bemerkenswert ist jedoch ein Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt, das im Zusammenhang mit dem Bericht der Bundesregierung einige Brisanz entwickelt.

Die Themen des neuen Newsletters:

  • Anhaltendes Desaster in der Rüstungsexportpolitik erfordert Revision der gesetzlichen Grundlagen
  • Heckler & Koch siegt vor Gericht?
  • USA: Gewalt durch Polizisten / Gewalt gegen Polizisten
  • Was ist Völkermord?

Newsletter lesen

Website: DAKS

Wohin entwickelt sich Deutschland?

Vortrag von Stephan Hebel

Die Spaltung unserer Gesellschaft in weltoffene Demokraten und autoritäre Nationalisten ist keineswegs nur ideologischer Natur. Sie entwickelt sich aus sozialen Brüchen, z.B. zwischen Profiteuren und Verlierern der ökonomischen Globalisierung. Angst und Wut breiten sich aus, das Internet liefert dafür ungeahnte Kommunikationsmöglichkeiten.

Der Großen Koalition ist der Vorwurf zu machen, dass sie dem nichts entgegensetzt. Den Verlierern und von Verlustängsten Geplagten bietet sie keine Perspektive, ja nicht einmal eine Debatte, wie eine Alternative aussehen könnte. Die neoliberale Doktrin gilt als „alternativlos“. Doch gibt es zahlreiche Gruppierungen und Initiativen, welche unterschiedliche Alternativen diskutieren. Von ihnen wird im Vortrag die Rede sein.

Stephan Hebel ist langjähriger Leitartikler der Frankfurter Rundschau und Publizist. Er diskutiert regelmäßig im Presseclub der ARD und ist ständiger Juror für das Unwort des Jahres.

Donnerstag, 18. August 2016  •  19 Uhr
Volkshochschule Haus Alte Waage 15  •  Dachgeschoss Speicher

Ankündigung: Gedenken an Hiroshima

Lichterprozession mit 100 Kerzen am Hiroshima-Ufer
mit Musik und Lyrik von Hans W. Fechtel

71 Jahre nach dem ersten Atombombenabwurf gedenken wir der Opfer der ersten und hoffentlich letzten nuklearen Massenvernichtungsaktion der Geschichte, durch die im August 1945 die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki verwüstet wurden.
Mit 100.000 leuchtenden Papierlaternen auf dem Fluss Motoyasu gedenken die Einwohner von
Hiroshima in jedem Jahr der zahllosen Opfer der Atombombenabwürfe. Die Lichter erinnern heute symbolisch an die vielen Menschen, die bei der Katastrophe verzweifelt im kühlenden Wasser der Flüsse in Hiroshima und Nagasaki Rettung vor dem ‚atomaren Feuer’ suchten.

Freitag, 5. August 2016  • 
Treffpunkt 20.00 Uhr: Okerbrücke Jasperallee

Hiroshima-Ufer, (nördlich des Staatstheaters, an der Oker) Braunschweig  • 
Beginn der Lichterprozession: 21.00 Uhr
Lageplan

Flyer und s. auch Bericht 2015

Weiterlesen...

Pressemitteilung: Einsatz der Bundeswehr im Innern

Friedenszentrum und Friedensbündnis Braunschweig lehnen einen militärischen Einsatz der Bundeswehr im Innern vehement ab. Die Diskussion der CDU/CSU über eine Änderung des Artikels 87a GG ist ein Vorstoß zu einer weiteren Entgrenzung des Bundeswehrauftrages unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung.

Im Zuge der zunehmenden Militarisierung wird ein Einsatz der Bundeswehr im Innern und eine Erweiterung des Artikels 87aGG diskutiert. Sie ist friedenspolitisch schädlich und sachlich nicht notwendig, die vorhandenen Möglichkeiten sind ausreichend: Der Artikel 87 a GG regelt die Abwehr einer drohenden Gefahr durch Polizeikräfte, verstärkt durch Polizeikräfte anderer Bundesländer und durch Einheiten des Bundesgrenzschutzes. Artikel 91 regelt sogar in vom Parlament festzustellenden Ausnahmefällen den Einsatz der Streitkräfte (z.B. bei militärisch bewaffneten Aufständen)

Das FZ / FBÜ warnen vor einer politischen Erlaubnis zur Ausweitung der militärischen Einsatzmöglichkeiten: Es bedeutet eine weitere Entgrenzung des Bundeswehrauftrages. Die Väter und Mütter des Grundgesetzes hatten eine Trennung von Polizei, Bundesgrenzschutz und militärischer Gewalt aus schlechten Erfahrungen in der NS-Zeit ausdrücklich festgeschrieben. Der Artikel 87a regelt das.

Weiterlesen...

Elke Almut Dieter, Friedensbündnis und Friedenszentrum e.V. Braunschweig

Bericht zur Büchel-Veranstaltung

In der VHS-Veranstaltung zu Büchel nahmen am 17.3.2016 17 Personen teil. Vortragende waren Gudula Wegmann (Friedenszentrum) und Helmut Käss (IPPNW, hier sein Bericht: http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=2728)

Das Motto des Abends: Die Welt ist überbewaffnet und Frieden ist unterfinanziert. (Ban Ki-Moon 2009, UN-Generalsekretär)

Es gibt weltweit 17.300 atomare Sprengköpfe, davon 20 in Büchel. Geplant: Modernisierung der Waffensysteme, auch in Büchel (strategisch => taktisch: variabel einsetzbar durch Lenkbarkeit mit variabler Sprengkraft, auch bunkerbrechend.)

Was tut Deutschland dabei:

  • handelt gegen die Abrüstungsverpflichtung nach Art. 6 NPT
  • handelt im Widerspruch zum Atomwaffenverzicht im 2+4-Vertrag
  • bricht den Koaltionsvertrags 2009 und verstößt gegen den entsprechenden Bundestagsbeschluss 2010 (sich einzusetzen für Abschaffung von Atomwaffen)
  • und verstößt auch gegen das Völkerrecht

Ein informativer Film dazu: Stationierung neuer US-Atomwaffen in Deutschland – 22.09.2015 Frontal 21 – Bananenrepublik.

Weiterlesen...

Einladung

Sie wollen bei uns mitmachen? Sehr gern!

Wir laden Sie herzlich ein, mal vorbei zu schauen...

  • zu unseren Öffnungszeiten im Friedenszentrum, Goslarsche Straße 93 ( 1. Etage), dienstags von 16.00 bis 18.00 Uhr

Mit freundlichen Grüßen, Elke Almut Dieter

Holocaustgedenktag 2016: Pax Christi Gruppe Nordharz, Bugenhagenkirche. „Mit Todesstrafe ist zu rechnen". Hier ein kurzer Bericht von dieser anrührenden und würdigen Veranstaltung:

In der Einleitung wiesen die Vortragenden auf das Deserteursdenkmal an der Magnikirche hin (bzw. die Tafel, die auch an den Diebstahl erinnert) und die Worte von Pfarrer Albrecht Fay: " Den Deserteuren ein Denkmal - sie schaden dem Krieg".

Es ging zum Holocaustgedenktag den Vortragenden der Pax Christi-Gruppe Nordharz beispielhaft um den 1943 als "Fahnenflüchtigen" hingerichteten Heinz Gondlach (* 1923 in Leimbach), um einen junger Arbeiter, der mit 11- 14 Jahren in einem Erziehungsheim lebte und einmal wg. Diebstahls verurteilt worden ist. Nach seiner Haftentlassung durfte er nicht zu seiner Mutter zurück (er wünschte sich, Kraftfahrer zu werden) sondern wurde zur + eingezogen.

Weiterlesen...

Gudula Wegmann

Kurzportrait: Living for Change

Hierbei handelt es sich um ein etwa 8 minütiges Kurzportrait über den Alternativen Nobelpreisträger Alyn Ware und seine unverzichtbare Arbeit für Frieden und Nukleare Abrüstung.

Orte des Erinnerns in Braunschweig – Rundgänge zu Gedenkpunkten 1933 – 1945, 2. Auflage fast vergriffen

"Die Zukunft hat eine lange Vergangenheit." Dieser Satz aus dem Talmud stand bis vor kurzem in Leuchtschrift weit sichtbar an einem Gebäude auf dem ehemaligen Postgelände am Hauptbahnhof. Das Zitat gehört zur "Gedenkstätte KZ-Außenlager Schillstraße", die erst im Jahr 2000 als zentraler Gedenkort eingeweiht wurde. 2001 beschloss der Rat der Stadt das "Konzept zur Planung, Errichtung und Gestaltung städtischer Erinnerungsstätten zur nationalsozialistischen Gewaltherrschaft". Es beschäftigt sich mit den Fragen, wie mit der NS-Vergangenheit der Stadt umgegangen werden und wie eine Erinnerungskultur aussehen soll. Die Stadt reagierte damit auf das gestiegene Interesse der Bevölkerung und der Forschung.

In den neunziger Jahren waren es vor allem Bürgerinitiativen, die durch provisorische Gedenktafeln an verschiedenen Orten auf die Verbrechen der Nationalsozialisten in unserer Stadt aufmerksam machten. Sie erhielten die Möglichkeit sich beim Gedenkstättenausschuss der Stadt einzubringen. Dazu gehörte auch das Friedenszentrum Braunschweig e.V., das seit 1994 mehrere Listen mit dringend zu schaffenden Gedenkpunkten an die Verantwortlichen geschickt hatte. Die Punkte wurden ins Gedenkstättenkonzept aufgenommen und sind im Internet auf der Homepage des Friedenszentrums nachzulesen. Zur Realisierung ist allerdings bisher nicht viel geschehen.

Weiterlesen...

Silke Böhme und Frieder Schöbel

FlyerInhaltsverzeichnis und Vorwort

Die Suche nach dem Friedenskakao. Vortrag von Uwe Meier in der Abt Jerusalem Akademie am 28.01.16. Vorwort vom FZ: Was hat der Kakao mit dem Frieden zu tun?

Das Friedenszentrum begleitet das Projekt Friedenskakao gern, denn eigentlich stellte Uwe Meier in seinem lebendigen Vortrag ein Friedensprojekt vor, das auch im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes hätte dargestellt sein können. Es geht um Frieden schaffen.

Frieden ist mehr als die Abwesenheit des Krieges. Voraussetzung für ein friedliches Leben ist eine angemessene Lebensgrundlage für alle, sowie die Achtung der Würde und Rechte aller Menschen. Zu den Menschenrechten - in der der UN-Charta festgeschrieben - gehört das Recht auf ein gutes Leben in Würde: ein Dach über dem Kopf, sauberes Wasser, ausreichende und gesunde Nahrung, ein Recht auf Bildung… und ein Leben in Sicherheit. Traditionell sind es Frauen, die dafür sorgen, dass ihre Kinder ausreichend genährt sind und gut leben können.

Weiterlesen...

Elke Almut Dieter

WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS – Januar 2016
Eine Ausstellung und ihre Folgen: Reinhard Strecker und die „Ungesühnte Nazi-Justiz“

Vortrag von Dr. Stephan A. Glienke am 21.01.2016.

Im November 1959 eröffnete eine Gruppe von Studierenden um Reinhard Strecker die Ausstellung „Ungesühnte Nazijustiz“ in Karlsruhe. Vorausgegangen waren monatelange akribische Recherchen im Ausschuss für Deutsche Einheit in Ostberlin, später auch in Warschau und Prag. Mit Kopien von Dokumenten belegte die Ausstellung die Beteiligung von amtierenden Richtern und Staatsanwälten an rechtsförmigem Unrecht unter dem NS-Regime. Gegen 43 Richter wurden Strafanzeigen gestellt.

Die Ausstellung , die von Studenten ohne finanzielle Mittel zusammengestellt wurde, war für heutige Maßstäbe sehr einfach, aber sehr glaubwürdig. Sie wurde zwischen 1959 und 1962 in westdeutschen Städten gezeigt und löste eine enorme Pressereaktionen und intensive Diskussionen aus. Sie war die erste Ausstellung, die die personellen Kontinuitäten zwischen NS-System und der jungen Bundesrepublik aufzeigte und trug damit wesentlich zu einem historischen Lernprozess bei.

Weiterlesen...

Elke Almut Dieter

Erklärung des Friedenszentrums Braunschweig zum Jahreswechsel

1) Wir erkennen, dass die Globalisierung, von der Europa bisher profitierte, sich nun in Form von Flüchtlingsströmen und IS-Terror gegen Europa richtet. Auslöser waren im Wesentlichen die Kriege, die Georg W. Bush im Nahen und Mittler Osten geführt hat.

2) Die Flüchtlingsströme waren seit Jahren absehbar, aber niemand nahm sie als Gefahr ernst. Der UN wurde die notwendige Hilfe in den Flüchtlingslagern gekürzt.

3) Die Bundeskanzlerin handelte zwar moralisch richtig, als sie die Flüchtlinge aufnahm, aber völlig planlos und ohne Absprache mit den anderen europäischen Regierungen Dabei wird das Grundrecht auf Asyl und die im Schengen-Abkommen garantierte Freizügigkeit weitgehend aufgehoben Die Existenz eines vereinten Europas ist in Gefahr.

4) Deutschland hat in den Jahren nach dem Kollaps der Sowjetunion über 2 Millionen sog. Russlanddeutsche aufgenommen und mehr oder minder gut integriert. Sie galten als Deutsche, auch wenn nur noch die Großmutter ein bisschen Deutsch sprach. Sie sahen aus wie die Einheimischen und waren keine Moslems, sondern, als Nachkommen von ausgewanderten Pietisten, meist Christen. Wir sehen die jetzige Welle der Abwehr gegen Flüchtling als Zeichen zunehmender gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (vgl. die jährlich erscheinenden Studien von Prof. Heitmeyer, Uni Bielefeld). Auch die lobenswerte Tätigkeit der vielen ehrenamtlichen Helfer kann diesen Trend nicht ausgleichen.

5) Zudem nimmt der Rechtradikalismus in Ländern wie Ungarn, Polen und der Slowakei überhand; andere Länder werden folgen. Die AfD un d gewaltförmiger Rechtsradikalismus gewinnt auch bei uns an Zulauf.

6) Eine weitere gravierende Spaltung, die quer durch alle Staaten Europas geht, ist der sich verschärfende Unterschied zwischen Arm und Reich. Er trifft auch die scheinbar reichen Industriestaaten, wo die Zahl der Obdachlosen stark ansteigt. Verteilungskämpfe zwischen dem einheimischen Prekariat und den Migranten sind zu befürchten. - Am schlimmsten trifft der verordnete Sparzwang aber die Länder des Südens, wo die herrschende Austeritätspolitik die Selbstmordzahlen ansteigen lässt und eine ganze Generation von gut ausgebildeten Jugendlichen zur Auswanderung zwingt.

7) Das Friedenszentrum kritisiert den Bundeswehr-Einsatz in Syrien, der militärisch ziel- und sinnlos und völkerrechtlich mehr als fragwürdig ist. Wir plädieren für eine politisch-ökonomische Lösung: keine Unterstützung und kein Ankauf von IS-Öl und geraubte Antiquitäten mehr durch andere Staaten. Eine Einbeziehung der Sunniten in den schiitischen Staat im Irak würde dem IS Nachwuchs entziehen. Vor allem aber: Unterstützung einer umfassenden Nahostkonferenz, die alle Beteiligten an einen Tisch bringt.

8) Wir fordern ein Ende der Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien und auch ein Ende der strategischen Partnerschaft mit diesem Land. Der wahabitische Islam dürfte in seiner vormodernen Rigorosität ein Vorbild für die intolerante Religionsausübung des „Islamischen Staates“ gewesen sein; auch die unmenschlichen Strafen, die für Andersdenkende verhängt werden, entsprechen denen des IS.

Dr. Ingeborg Gerlach

Unnötige Verschärfung der Krise

Von der BZ nicht veröffentlichter Leserbrief

Ministerin von der Leyen behauptet im BZ-Interview, die Landes- und Bündnisverteidigung habe wegen der Ukraine-Krise wieder einen größeren Stellenwert bekommen. Was heißt das? Der Verteidigungshaushalt bekommt einen kräftigen Schluck aus der Haushaltspulle, obwohl die Notwendigkeit mit dem Argument “größerer Stellenwert” nur sehr windig begründet wird.

Es stimmt nicht, dass die Bundeswehr über viele Jahre einen Schrumpfungsprozess erlitten habe, denn ihre Haushaltsansätze sind im letzten Jahrzehnt stetig angestiegen, und zwar von 27,9 (2006) auf jetzt 34 Milliarden. Stillstand gab es nur in einem Jahr, nämlich 2010.

Eigentlich müssten die nun entstandenen Kosten von sechs Mrd. für Flüchtlinge mit eingerechnet werden. Hätte Deutschland, wie die UN es schon 1970 (!) beschlossen, die 0,7 % seines erwirtschafteten Reichtums in die Entwicklungspolitik gesteckt, wären die Not und Perspektivlosigkeit in manchen Ländern gelindert und Fluchtbewegungen abgemildert worden.

Zu allem Überfluss hat besonders der Westen auch noch die Waffen in viele Länder geliefert, mit denen heute Krieg geführt werden kann.

Frieder Schöbel

WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS – November 2015
Fragile Staatlichkeit und asymmetrische Kriege

Vortrag von Professor Ulrich Menzel am 19.11.2015.

Um die Kennzeichen fragiler Staatlichkeit darzustellen, stellte Prof. Menzel das „zivilisatorische Hexagon“ von Dieter Senghaas dem „Hexagon fragiler Staatlichkeit“ von Ulrich Schneckener gegenüber. In beiden Modellen werden sechs Punkte als sich gegenseitig bedingende Faktoren für den jeweiligen Zustand eines Staates herausgestellt.

In seinem Vortrag zeigte er die Veränderungen auf, die sich seit Ende des Kalten Krieges bei bewaffneten Konflikten ergeben haben. Die Charakteristika der sog. Neuen Kriege sind beispielsweise, dass es keine Kriege zwischen zwei Staaten sind, sondern zwischen befeindeten Gruppen.

Die Akteure sind unter anderem Warlords mit Privatarmeen. Asymmetrisch sind Kriege, bei denen die technische Ausstattung zwischen den Gegnern von unterschiedlichem Standard ist. Oft wird das Kriegsvölkerrecht missachtet. Der Frontverlauf variiert. Durch Schattenökonomie oder Schutzgelderpressung werden diese Kriege finanziert. Professor Menzel zeigte den Zusammenhang zwischen Staatssouveränität und Wahrung der Menschenrechte (Charta der UN, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte).

Und er stellte dar, welche Faktoren in demokratischen Gesellschaften Frieden gewähren. Es habe auch früher schon asymmetrische Kriege gegeben, z.B. Kolonialkrieg. Eine seiner Thesen lautet, dass solche Kriege mit modernen Interventionsarmeen nicht zu gewinnen sind.

Ungefähr 80 Teilnehmer hörten den Vortrag. Wegen der fortgeschrittenen Zeit war die anschließende Diskussionsrunde nur kurz.

Gabriele Canstein

Mahnwache

Das Friedenszentrum und das Friedensbündnis rufen auf zu einer Kundgebung gegen den deutschen Militäreinsatz in Syrien am Donnerstag, den 10. 12. 2015, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, 16 - 18 Uhr vor dem Schloss.

Wir fordern:

  • Keinen deutschen Militäreinsatz, statt dessen eine politische Lösung!
  • Keine Waffenlieferungen mehr in die Region.
  • Austrockung der Finanzierungsquellen des IS.
  • Druck auf unsere "Verbündeten" in der Türkei, in Saudi-Arabien und Katar, die Unterstützung des IS einzustellen.
  • Druck auf die schiitische Regierung des Irak, die entmachteten Sunniten wieder zu integrierern.
  • Sich im Sinne der Wiener Verhandlungen einzusetzen für einen innersyrischen Waffenstillstand, der den Weg freimacht für eine politische Lösung.

Friedenszentrum Braunschweig e.V. (Der Vorstand)

16.11.15: Erklärung des Friedenszentrums Braunschweig zu den Anschlägen des IS

1. Das Friedenszentrum verurteilt die mörderischen Anschläge von Paris wie auch die vorangegangenen in Beirut und im Irak. Es sieht darin einen Angriff auf alle seit der Aufklärung gültigen und anerkannten Prinzipien der Menschenrechte. Dies betrifft Minderheiten aller Art, aber auch Denk- und Lebensweisen einer Zivilgesellschaft im 21. Jahrhundert.

2. Doch wir wehren uns gegen alle Tendenzen, auf die Anschläge mit einem Generalverdacht gegen alle Migranten oder gar alle Muslime zu antworten. Wir lehnen zusätzliche Repressionen gegen Flüchtlinge ab. Es ist deutlich zu trennen zwischen der Flüchtlingspolitik und der Verfolgung terroristischer Attentäter.

3. Nach über vier Jahren Bürgerkrieg in Syrien haben nun endliche ernsthafte Verhandlungen zwischen allen beteiligten Mächten der Region begonnen, an denen sich auch die USA und Russland nachdrücklich beteiligen. Dem Vernehmen nach existiert endlich ein Rahmenplan, der zu einer Übergangsregierung in Syrien führen soll. Wir begrüßen diesen diplomatischen Lösungsansatz und hoffen auf eine Beendigung des syrischen Bürgerkrieges, der faktisch ein Stellvertreterkrieg im Interesse auswärtiger Mächte ist.

4. Ausgetrocknet kann der IS nur werden, wenn die Geldströme aus Saudi-Arabien und einigen Golfstaaten versiegen. Vor allem die USA müssten ihre Verbündeten dazu bewegen. Auch die Türkei müsste die Konsequenzen ziehen und auf die Tolerierung (oder gar Unterstützung) des IS verzichten. Dazu gehört auch ein erneuerter Waffenstillstand mit den Kurden, welche bisher als einzige vom IS wichtige Stützpunkte zurückerobert haben.

5. Wir fordern in Deutschland eine bessere Integration insbesondere der muslimischen Jungend, welche oft schon in der dritten Generation hier lebt, aber noch immer unter Diskriminierung leidet und in Gefahr schwebt, sich von islamistischen, gewaltbereiten Rattenfängern verführen zu lassen.

Kampf den Steuervermeidern

Im türkischen Antalya findet am 15. und 16. 11. 2015 ein G-20-Gipfel zum Thema „Kampf der legalen Steuervermeidung“ statt, an dem neben Obama, Putin, Xi Jinping, Merkel auch die Regierungschefs zahlreicher Industrie- und Schwellenländer teilnehmen werden. Es geht um die Steuerregeln für internationale Konzerne, die – ganz legal, oft auf Einladung der betreffenden Regierungen – ihre Gewinne dort versteuern, wo es am billigsten ist.

Weiterlesen...

Das Friedenszentrum fordert eine effektive Kontrolle der Steuerabgaben von Multis. In Deutschland verzeichnen wir eine immer größer werdende Gerechtigkeitslücke: Reiche werden reicher, Arme werden mehr und ärmer! Zudem steht unser Staat vor zusätzlichen Aufgaben in der Flüchtlingskrise: Drohende Verteilungskämpfe zwischen Migranten und dem vernachlässigten einheimischen Prekariat müssen verhindert werden.

Zur Verschärfung des Asylrechts

Vieles, wenn auch nicht alles hätte man wissen können; dann stünden wir heute nicht so hilflos vor den Flüchtlingsmassen. Spätesten im Sommer war klar: Der Bürgerkrieg in Syrien ging ins fünfte Jahr ohne Aussicht auf ein Ende. Die Flüchtlinge in den Nachbarländern wurde immer schlechter versorgt, weil, der UN die Mittel fehlten – die Beiträge der Mitgliedsländer flossen nur noch unregelmäßig. Afghanistan, angeblich befriedet, wurde von Attentaten und dem Vormarsch der Taliban erschüttert. Grund genug für Hunderttausende, sich auf den Weg nach Europa zu machen.

Ob die Furcht vor dem Image der eiskalten Beherrscherin Europas die Kanzlerin am 6. September zu ihrer Aussage „Wir schaffen das!“ bewogen hat, wissen wir nicht. Vielleicht hoffte sie auf eine baldige Verteilung der Migranten auf die anderen europäischen Staaten. Es zeigte sich aber, dass „Europa“, das kurz zuvor so einmütig die Griechen gedemütigt hatte, in Sachen Asylbewerber keine Einigkeit kannte, und so blieb Deutschland auf seiner Last sitzen. Das schöne Herbstmärchen vom gastfreundlichen Deutschland verwandelte sic h in einen Albtraum, vor allem für die Länder und Kommunen. Denn, das wurde alsbald klar: Es gab keinen Plan, und alles, was die Regierung in der Folgezeit unternahm, erwies sich als ziellos und opportunistisch.

Weiterlesen...

Das Friedenszentrum protestiert gegen diese inhumane und kontraproduktive Politik und fordert eine langfristige, mit Menschenrechtsorganisationen abgestimmte europäische Antwort auf das Flüchtlingsproblem.

WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS – Oktober 2015
Kann man religiöse Fanatiker zum Frieden bewegen?

Zum Vortrag von Prof. i.R. Dr. Reinhold Mokrosch

Im Rahmen der Reihe „Wege zu einer Kultur des Friedens“ sprach Prof. Mokrosch, evangelischer Theologe und Religionspädagoge der Universität Osnabrück, zu der Frage, „Kann man religiöse Fanatiker zum Frieden bewegen?“

In vielen internationalen Gremien hat Professor Mokrosch über den interreligösen Dialog gearbeitet.

Zu Beginn seines Vortrags erläuterte er am Beispiel zweier Interviews mit IS-Kämpfern den absoluten Wahrheits- und Machtanspruch des IS. Hier wird der Koran wortwörtlich genommen (und nicht nach seinem Symbolgehalt gefragt). Eine Vorstellung von Staatlichkeit gibt es nicht, aber es gibt auch keine alternativen Lebensordnungen zum IS.

Professor Mokrosch wies auf die Ambivalenz von Religionen hin, die sowohl Frieden, als auch Gewalt stiften können; die Konflikte hervorrufen, aber auch lösen können.

An vier Beispielen zeigte er, wie Angehörige einzelner Religionen in den vergangenen Jahren friedensstiftend gewirkt haben. Er stellte dieses Handeln in den Zusammenhang mit den Grundlagen, die die einzelnen Religionen für friedensstiftendes Handeln anbieten.

Weiterlesen...

Gabriele Canstein

Beschluss des Vorstands 26.8.2015: FRIEDENSZENTRUM BRAUNSCHWEIG FORDERT: Flüchtlingsbewegungen endlich ernst nehmen, Ursachen abbauen!

Der Ausbruch von Hass und Gewalt, zuletzt in Sachsen, Niedersachsen und Hessen, hat uns nicht überrascht, aber erschreckt. Wir müssen die Ursachen von Flucht und Gewalt aufdecken und zu ihrem Abbau beitragen. Da ist das lange Schweigen der Bundeskanzlerin. Der Innenminister nennt bisher zumeist nur repressive Maßnahmen. Da sind chronisch unterfinanzierte Gemeinden. Da ist die EU-Flüchtlingspolitik, welche unfähig ist zu einer gerechten Verteilung.

Weiterlesen...

WIR FORDERN DESHALB:

  • Deutsche Initiativen für eine Nahost-Friedenskonferenz.
  • Durchsetzung der 1970 versprochenen Entwicklungshilfe von mindestens 0,7 % des BIP.
  • Energisches Handeln der Regierungen für menschliche Behandlung von Flüchtlingen. Mehr Sprachkurse.
  • Zahlung von Prämien durch die EU an die Mitgliedsländer, die Flüchtlinge aufnehmen.
  • Verbot von Demos vor Flüchtlingsunterkünften.

Begrüßung zur Gedenkfeier am Hiroshima-Ufer

Begrüßungsrede von Heike Zander, Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bezirksrat Innenstadt, am 7. August 2015

„Wir, die Stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Monika Georgi und ich, Heike Zander, vom Bezirksrat Innenstadt möchten durch unsere Anwesenheit Ihnen gegenüber unser Interesse an dieser wichtigen Gedenkveranstaltung und Ihrer Arbeit ausdrücken und danken.

Alles, was mit Atom zu tun hat, wie Atomwaffen, Atomkraftwerke und besonders Atombomben, hat noch heute und hatte für die gesamte Menschheit furchtbare Folgen. Und ebenfalls für die Zukunft sieht es nicht gut aus.

Wir haben seit einigen Jahren – dank Ihrer Initiative - das Hiroshimaufer in Braunschweig. Wir sind dankbar, dass Sie alle, die sich hier versammelt haben, an diesen furchtbaren Tag vor 70 Jahren erinnern, als die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki fielen, und der Opfer gedenken. Die Auswirkungen von damals sind noch bis heute spürbar.

Zum Gedenken und zur Mahnung ist es wichtig, dass es Menschen gibt, die immer wieder daran erinnern, wozu Menschen fähig sind.

Bitte machen Sie mit Ihrer Arbeit immer weiter!“

100 Kerzen auf der Oker

Eine Veranstaltung des Friedenszentrums zum Gedenken an Hiroshima und Nagasaki am 7. August 2015

Foto: Renato Vazquez

Großen Zulauf erhielt unsere Veranstaltung „100 Kerzen auf der Oker“ unter anderen von Vertreterinnen des Bezirksrats Innenstadt (Frau Zander, Frau Georgi) sowie Vertretern des Braunschweiger Stadtrates (Peter Rosenbaum). 70 Jahre nach dem ersten Atombombenabwurf gedachten wir der Opfer der Massenvernichtungsaktion, die am 6. und 9. August 1945 die Städte Hiroshima und Nagasaki verwüstete. Vom Stand auf der Brücke der Jasperallee begann die Veranstaltung mit einer Lichterprozession hin zu den schwimmenden Kerzen auf der Oker. In einer Lesung von Brigitte Constein-Gülde und und Angela Vorwerk wurde der Opfer und der Nachfahren gedacht, die bis heute unter den Folgen der nuklearen Katastrophe leiden.

Neben dem Gedenken geht es um die politische Mahnung, nicht nachzulassen mit der Forderung nach Abschaffung und Ächtung aller Atomwaffen. Bis heute hat die Menschheit nicht die notwendigen Konsequenten gezogen und eine Ächtung der Nuklearwaffen durchgesetzt.Albert Einstein mahnt: „ Die entfesselte Macht des Atoms hat alles verändert, nur nicht unsere Denkweise. Wir brauchen eine wesentlich neue Denkungsart, wenn die Menschheit am Leben bleiben will. “Noch immer wird auf Sicherheits- und Machtpolitik gesetzt: weltweit gibt es 16.350 Atomsprengköpfe, die unsren Planeten vernichten könnten.

Wir fordern eine nachhaltige Kultur des Friedens und die Abschaffung und Ächtung aller Atomwaffen.

Weiterlesen...

Braunschweig setzt sich für eine Welt ohne Atombomben ein – Bericht über die Veranstaltung zum "Flaggentag" der Mayors for Peace am 8. Juli 2015 in der Dornse

Seit 1987 ist Braunschweig auf Betreiben des Friedenszentrums Mitglied der "Bürgermeister für den Frieden", die sich zum Ziel gesetzt haben, alljährlich über den Stand der Atomrüstung zu informieren und ihre Stimme gegen die von diesen ausgehende Bedrohung des irdischen Lebens zu erheben. Mehr als 5500 Städte weltwei t haben sich zusammengeschlossen, um für eine Welt ohne Atombomben zu kämpfen.

Frieder Schöbel, langjähriges Vorstandsmitglied des Braunschweiger Friedenzentrums, was eigens mit seiner Frau Renate aus Berlin angereist, um die Eröffnungsworte für die diesjährige Feier zu sprechen und an die wechselvolle Haltung der Stadt zu dieser Veranstaltung zu erinnern. Es war nicht zuletzt sein zäher Einsatz gewesen, der zum heutigen Engagement der Stadt geführt hatte. Die vom Friedensbündnis organisierte Feierlichkeit war zugleich eine Erinnerung daran, dass vor sechzig Jahren das Russel-Manifest für das Verbot von Atombomben und des Krieges überhaupt verabschiedet worden war.

Weiterlesen...

Dr. Ingeborg Gerlach

Das war der Gipfel!

Die Präambel der Gipfelerklärung der G 7 kommt ebenso abstrakt wie umfassend daher:

"Heute haben wir konkrete Maßnahmen in den Bereichen Gesundheit, Teilhabe von Frauen und Klimaschutz beschlossen. um unseren Teil dazu beizutragen, die großen globalen Herausforderungen anzugehen und auf einige der drängendsten Probleme in der Welt zu reagieren. Zusätzlich zur Förderung des Handesls als wichtiger Motor für Wachstum wird außerdem die Umsetzung dieser konkreten Maßnahmen uns dabei helfen, unser zentrales Ziel eines robusten, nachhaltigen und ausgewogenen Wachstums und der Schaffung von Arbeitsplätzen zu erreichen. ..."

Dass hier ein Katalog von wünschenswerten Zielen genannt wird, ist sicher unstrittig. – In dieser Optik zählen die weltweit - und nicht nur im Mittelmeer - sich potenzierenden Flüchtlingskatastrophen allerdings offensichtlich nicht zu den "drängendsten Problemen", sondern eher zu Marginalien des Weltgeschehens, die allenfalls aus technokratischen (d.h. "sicherheitsrelevanten") Motiven heraus zu beobachten sind, da sie die soziale Stabilität in den Zielländern bedrohen könnten bzw. auch ein Indiz dafür sind, dass eine bestimmte Form von "global dominance" über sich destabilisierende strategisch wichtige Areale in Gefahr geraten könnte.

Weiterlesen...

Lesen Sie hier die Orignalversion mit Fußnoten als PDF-Datei.

Burkhard Jäger

WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS – Juni 2015
Wann endete der Zweite Weltkrieg?

Vortrag von Dr. Latzel am 18.06.2015.

Das Ende des Zweiten Weltkrieges lässt sich nicht genau festlegen: Im Reims wurde am am Morgen des 7. Mai 1945 die Kapitulation des Deutschen Reiches von General Eisenhower und Oberst Alfred Jodl unterzeichnet. Da dieser Mann ohne Kommandogewalt war, gab es eine Wiederholung am Abend des 8. Mai in Berlin im Beisein von Stalin und Churchill. Für das Deutsche Reich unterzeichnete Wilhelm Keitel – eigentlich am 9. Mai, da es bei der Unterzeichnung bereits 0.16 Uhr war. Bereits am Nachmittag des 8. Mai hatte Churchill die Kapitulation im Radio offiziell bestätigt, so dass in London, New York, Manhattan am 8. Mai jubelnd Freudendemonstrationen stattfanden. In Moskau geschah dies erst am 9. Mai, bis heute der Nationalfeiertag.

Definiert man das Kriegsende als das Ende der Kampfhandlungen, so geschah das im Braunschweiger Land zwischen dem 6. und dem 23. April. Beispiel: Die Verhandlungen zwischen Veit und dem US. Amerikaner Hobbes am 11.April. An drei Beispielen legte Dr. Latzel dar, wie Menschen das Ende des Krieges erlebt haben. Er beginnt mit den Opfern, den Toten, die das Ende nicht mehr erlebt haben – die Opfer der Verbrechen der Naziherrschaft, die toten Soldaten und die Bombenopfer in der Zivilbevölkerung.

Weiterlesen...

Elke Almut Dieter

WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS – Mai 2015
Wird unsere kulturelle Vielfalt durch TTIP bedroht?

Veranstaltung des Friedenszentrums am 21.05.2015.

Am "Tag der kulturellen Vielfalt" fand in der Alten Waage eine Veranstaltung statt, welche die Bedrohung der lokalen Kultur durch TTIP in den Mittelpunkt rückte. Nach einem Referat von Henning Hintze, Attac München, diskutierten Politiker/Innen der Ratsfraktionen sowie Bernd Müller vom Verein KufA (Kultur für Alle) und Claus Kristen vom Guten-Morgen-Buchladen über die befürchteten Auswirkungen auf unsere weitgehend subventionierte Kultur.

Henning Hintze wies einleitend auf die Mechanismen hin, mit denen das Abkommen den Konzernen Macht über Schwächere (und das können auch europäische Staaten sein) etablieren will. Neben Geheimverhandlungen und einer Gerichtsbarkeit außerhalb der staatlichen Justiz sind dies "Ewigkeitsklauseln", welche die Verhandlungsergebnisse irreversibel machen. Eine Negativliste, auf der vom Vertrag ausgenommene Güter stehen, bewirkt, dass alle anderen Güter automatisch unter den Vertrag fallen -zum Beispiel Erfindungen sein, die heute noch gar nicht existieren. Hintze erläuterte, dass das Abkommen, welches 80 % des Welthandels umfasst, den Entwicklungsländern laut einer Studie des IFO-Instituts und der Bertelsmann-Stiftung unabsehbaren Schaden zufügen würde. Weitere Flüchtlingsströme wären die Folge.

Weiterlesen...

Dr. Ingeborg Gerlach

Feminismus trifft Pazifismus

Gekürzt aus der SZ vom 27.04.2015 von Gudula Wegmann:

Seit dem 22. Februar befand sich das Deutsche Kaiserreich im uneingeschränkten U-Boot-Krieg gegen die westlichen Mächte, aber auch gegen neutrale Handelsschiffe. An Bord der Noordam waren Diplomaten, Kaufleute, wegen schlechter Gesundheit zurückgewiesene Auswanderer, und Privatreisende - darunter 47 Pazifistinnen aus den USA auf dem Weg zum ersten Frauenfriedenskongress, der vom 28. April bis zum 1. Mai 1915 im niederländischen Den Haag mit mehr als 1500 Kongressteilnehmerinnen stattfinden sollte. Britischen Pazifistinnen hatte die Regierung in London die Ausreise nach Den Haag gleich ganz verwehrt. Und auch für die Teilnehmerinnen anderer Nationen war die Reise mitten im Krieg alles andere als ein Vergnügen. Die fünf belgischen Delegierten litten unter Drangsalierungen des deutschen Besatzer: Sie erreichten nach peinlichen Leibesvisitationen zu Fuß die Grenzbahnstrecke von Belgien nach Holland, dann nach weiteren Stunden Bahnfahrt verspätet Den Haag.

Unter ähnlich schwierigen Bedingungen gelangte die Sozialökonomin, Frauenrechtlerin und Pazifistin Zofia Daszyñska-Goliñska von Warschau nach Den Haag. Die meisten der 28 deutschen Teilnehmerinnen, unter Ihnen die Juristin und Frauenrechtlerin Anita Augspurg und deren sozialpolitisch engagierte Lebensgefährtin, Lida Gustava Heymann, sowie die Sexualreformerin und Publizistin Helene Stöcker, wurden schärfsten Kontrollen beim Grenzübertritt unterzogen. Die Stuttgarter Pazifistin und Frauenrechtlerin Frieda Perlen durfte das Land erst gar nicht verlassen. Die allererste approbierte Ärztin der Niederlande, Aletta Jacobs, Frauenrechtlerin und Sexualberaterin, eröffnete den Kongress am Abend des 28. April mit bewegenden Worten: "Mit klagenden Herzen stehen wir hier vereint. Wir trauern um so viele tapfere junge Männer, die ihr Leben verloren, noch bevor sie zu Männern wurden. Wir klagen mit den armen Müttern, die ihrer Söhne beraubt wurden, mit Tausenden junger Witwen und vaterlosen Kindern. In diesem zwanzigsten Jahrhundert der Zivilisation können wir nicht mehr ertragen, dass Regierungen einzig nackte Gewalt zur Lösung internationaler Konflikte tolerieren." Man hoffe, so die Ärztin, dass die gemeinsame Stimme der Frauen "bis ans Ende der Erde dringe im Protest gegen diesen fürchterlichen Massenmord".

Weiterlesen...

70 Jahre nach der Befreiung von Faschismus und Krieg:
Für eine neue Entspannungspolitik, nein zur Vorbereitung auf den Krieg!

Das Friedenszentrum Braunschweig unterstützt den folgenden Aufruf der VVN, der hier zusammengefasst wiedergegeben ist.

Am 8. Mai 1945 wurde ganz Europa von dem Verbrechersystem des deutschen Faschismus und seinem Krieg befreit. Mehr als 55 Millionen Menschen waren zuvor Nazi-Terror, Holocaust und Vernichtungskrieg zum Opfer gefallen. Millionen Menschen auf der ganzen Welt bezahlten den deutschen Griff nach der Weltherrschaft mit unvorstellbarem Leid. Die alliierten Streitkräfte, unter denen die Rote Armee mit Abstand die größte Last des Krieges in Europa zu tragen hatte, sind auch unsere Befreier. Ihre Rolle und die des Widerstands zu würdigen und die geschichtliche Wahrheit über Ursachen und Folgen des Faschismus zu bekräftigen, ist unsere Aufgabe.

Angesichts der deutschen Verantwortung für die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts muss die historische Konsequenz, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen darf, verteidigt und an die nachfolgenden Generationen weitergegeben werden.Trotz der Teilung Europas in zwei Machtblöcke und trotz des kalten Krieges folgte dem Sieg über den Faschismus in Europa eine lange Friedensperiode. Der Wille der Völker, nach zwei mörderischen Kriegen dauerhaft friedliche Beziehungen aufzubauen und demokratische Verhältnisse zu errichten, trug Früchte.

Weiterlesen...

Lesen Sie hier den originalen Aufruf der VVN-BdA.

Ostermarsch 2015 in Braunschweig

Am 4. April um 11:00 h begannen die gelungenen Ostermarschaktionen 2015 auf dem Braunschweiger Kohlmarkt. Es war schönes Wetter und es gab einige Infostände. Präsent waren der Stand des Friedenszentrums/ Friedensbündnis, die Vertretung von Braunschweig-Kaffee (zusammen mit Oiko-Kredit und Braunschweig-Schokolade), die dafür einstehen, dass Fairtrade sehr viel mit sozialem Frieden zu tun hat, die BIBS mit kritischer Betrachtung Braunschweiger Themen und eine Ausstellung der BISS (Bürgerinitiative Strahlenschutz). Um 11:15 h hielt Hans-Georg Hartwig für das Friedensbündnis eine Eröffnungsrede, in der er auf die Geschichte und die Bedeutung der Ostermärsche hinwies.

Link zur Rede

Dann sprach Dr. Helmut Käss zu der Bedeutung des Manifests von Russell und Einstein, die wegen der Untergangsgefahr für die Menschheit vor allen Kriegen dringend gewarnt hätten und von dem Historiker Daniele Ganser, der auf die heutigen Gefahren eines Versuchs der USA hinwiese, die Macht durch Kriege erhalten zu wollen.

Weiterlesen...

Daniel Gottschalk

Eine Gedenkplatte vor der ehemaligen Gestapo-Leitstelle

Bohlweg 51 – ein Nachkriegsbau mit dem Charme der Fünfziger Jahre, nichts erinnert mehr an den 1944 zerstörten Vorgängerbau, in dem sich 1933 bis 1938 die Leitstelle der Braunschweiger Gestapo befand. Hier wurden Juden, politisch Andersdenkende wie Sozialisten und Kommunisten, Homosexuelle oder Zeugen Jehovas verhört, und gefoltert. Dann verbrachte man sie meist in ein KZ, und das war in der Region Braunschweig das berüchtigte "Lager 21" in Salzgitter-Hallendorf.

Weiterlesen...

Dr. Ingeborg Gerlach

Frieder Schöbel verlässt Braunschweig

Anfang 2015 ziehen Frieder und Renate Schöbel zu Kindern und Enkeln nach Berlin. Damit verschwindet ein Stück friedenspoltisches und soziokulturelles Urgestein aus Braunschweig. Frieder hat nicht nur die Braunschweiger Gruppe von Amnesty International und die erste IGS in der Stadt mit gegründet, sondern sein Name ist vor allem mit dem 1987 gegründeten Friedenszentrum verwachsen.

Weiterlesen...

Der Vorstand des Friedenszentrums

Deutsches Aktionsnetz Kleinwaffen Stoppen

Newsletter Ausgabe März / 2016 Nr. 125

Frohe Ostern! Diesmal mit: steigenden weltweiten Rüstungsexporten, neuen Zahlen zu den deutschen Rüstungsexporten und den „goldenen Nasen“ der deutschen Rüstungsindustrie. – Mehr dazu im neuen DAKS-Newsletter!

Themen:

  • SIPRI: Der weltweite Waffenhandel wächst
  • Rekordverdächtig: Deutsche Rüstungsexporte im Jahr 2015
  • Die sieben Goldenen Nasen des deutschen Rüstungsexports

Newsletter lesen

Website: DAKS

Kampagne "unsere zukunft – atomwaffenfrei"

Newsletter 33 / Mai 2015 der Kampagne

Die Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki jähren sich 2015 zum 70. Mal. Diese Jahrestage mahnen, alles uns Mögliche zu tun, damit solche Tragödien sich nicht wiederholen. Das Grauen der Ausweglosigkeit und der Schrecken der Detonationen in den beiden japanischen Städten stehen dabei genauso im Mittelpunkt, wie das Leiden der vielen Opfer der über 2.000 Atomtests oder den von Uranabbau betroffenen Menschen.

Themen:

  • Hiroshima und Nagasaki mahnen : Unsere Zukunft atomwaffenfrei!
  • Großplakate in vielen Städten im Juli/August
  • Nacht der 70.000 Kerzen am 6. August

Newsletter lesen

Website: www.atomwaffenfrei.de

Das FZ unterstützt das Forum Crisis Prevention e.V.

Das Forum Crisis Prevention e.V. ist seit dem Jahr 2005 der rechtliche Nachfolger der Initiative PRO UNCOPAC. PRO UNCOPAC forderte die Einrichtung einer Kommission für Frieden, die ein besonderes Augenmerk auf Prävention und zivile Konfliktbearbeitung legen sollte. Im Jahr 2005 richteten die Vereinten Nationen die Kommission für Friedenskonsolidierung ein. Dabei verzichteten die UN auf Präventions- und Frühwarnsysteme, da es diese Punkte betreffend von einigen UN-Mitgliedsstaaten Widerstand aus Angst vor Souveränitätsverlusten gegeben hatte.

Das Forum arbeitet für die Stärkung bestehender und die Entwicklung neuer internationaler Strukturen, deren Hauptzweck die Verhinderung kriegerischer Formen von Konfliktaustragung und die Eindämmung von Krisen ist.

Unter www.crisis-prevention.info können weitere Informationen abgerufen werden.