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Aktuell Vortrag: Reisebericht aus Nordkorea am 20.06.2013 19:00 Uhr In der Vortragsreihe 'Wege zur einer Kultur des Friedens' berichtet diesmal Andreas Niederdeppe aus Nordkorea. Er stellt die Probleme der Teilung des Landes und dessen Verhältnis zu seinen Nachbarn in den Vordergrund seines Vortrags, berichtet aber auch von seinen langjährigen Reiseerfahrungen in die Volksrepublik Korea. |
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Flagge zeigen am 08.07.2013 auf der Rathaustreppe! Städte und Gemeinde für eine atomwaffenfreie Welt Einladung zu Montag, 8.7., 17 Uhr, Rathaustreppe Braunschweig
Warum gerade am 8. Juli? Am 8. Juli 1996 hat der Internationale Gerichtshof in einem Rechtsgutachten im Auftrag der Generalversammlung der Vereinten Nationen verkürzt festgestellt hat, dass die Androhung und der Einsatz von Atomwaffen grundsätzlich völkerrechtswidrig sind. Der Einsatz von Atomwaffen trifft immer Bürgerinnen und Bürger in den Städten und Gemeinden. Er nimmt keine Rücksicht auf Grenzen oder Nationen. Unter dem Motto „Städte sind keine Zielscheiben“ (Cities Are Not a Target) treten die Bürgermeister für den Frieden unter der Führung des Bürgermeisters von Hiroshima, Kazumi Matsui, für die Abschaffung der Atomwaffen und für den Abschluss eines internationalen Verbotsvertrages ein. Auch hierin werden die Bürgermeister von dem Internationalen Gerichtshof unterstützt, der fordert, Verhandlungen über die vollständige Ächtung aufzunehmen und diese zu einer nuklearen Abrüstung in allen ihren Aspekten unter strikter und wirksamer internationaler Kontrolle zu führen. Für die gemeinsame Aktion der Mitgliedsstädte und –Gemeinde in Deutschland hat die 2020 Vision Campaign der Mayors for Peace eigens eine Flagge erstellt, die die Mitglieder gegen einen Beitrag von 100,- Euro erwerben können. Die Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“ will den Flaggentag mit lokalen Kräften unterstützen. Es gibt ein Angebot aus den Gruppen der Friedensbewegung, den Bürgermeistern an diesem Tag durch gemeinsame Veranstaltungen zur Seite zu stehen und damit die Mayors for Peace aktiv zu unterstützen. Merkblatt zur Flagge herunter laden (PDF) Da die Stadt bisher nicht bereit ist, die Flagge zu kaufen, werden wir das tun. Dazu wären uns Spenden willkommen. Sie kostet 100 €. |
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Bericht: Lesung der Literaturgruppe zu Albert Schweitzer |
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DAKS - Newsletter Mai 2013 erschienen Thema: Der WAFFENHANDELSVERTRAG der UN. AutorInnen: Robert Lindner (Oxfam Deutschland e.V.), Matthias John (Amnesty International Deutschland) und Christine Hoffmann (Pax Christi Deutsche Sektion). Ein empfehlenswerter und lesenswerter Newsletter. Newsletter beim RüstungsInformationsBüro Newsletter als PDF: http://www.rib-ev.de/daks/newsletter/DAKS-Newsl-2013-05.pdf |
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Wahlprogramme: Flagge zeigen! Die Wahlprogramme wurden verabschiedet, nur bei der Linkspartei und CDU/CSU sind noch Eingaben möglich. Neben positiven Überraschungen gibt es auch drastische Rückschritte, wir haben die wichtigsten Punkte herausgestellt. Umso wichtiger ist es nun, dass aktive Abgeordnete "Flagge zeigen" und Abrüstungsbotschafter werden. Ihr könnt euch Flaggen runterladen und mit unserem Musterbrief Eure Wahlkreiskandidaten kontaktieren! |
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Bericht: Eröffnung des Hauses der Kulturen |
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Friedensradio auf Radio Okerwelle 104,6 kHz Sendetermine und Mitschnitte zum Nachhören Die aktuellen Sendetermine des Friedenszentrums auf Radio Okerwelle (jeweils am 3. Mittwoch im Monat, 20.03 h, 104,6 kHz) sowie die Mitschnitte der vergangenen Sendungen findet ihr auf unserer Seite Friedensradio.
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„Wir haben doch niemandem etwas getan!“ Eindrücke einer Begegnungsreise nach Palästina und Israel Mit vielen Eindrücken kehrte eine Reisegruppe aus dem Bereich der Braunschweiger Landeskirche unter der Leitung von Pfarrer Eckehard Binder von einer Reise aus dem Heiligen Land zurück. Auf dem Plan standen vor allem Besuche bei christlichen Gemeinden, Einrichtungen und Projekten, aber auch in einem Flüchtlingslager und in der Stadt Hebron. Den stärksten Eindruck hinterließen die folgenden Begegnungen: Mit einer christlich-palästinensischen Familie auf ihrem Weinberg südlich von Bethlehem. Seit mehr als 30 Jahren versuchen jüdisch-israelische Siedler aus der Umgebung sie von ihrem angestammten Land zu vertreiben. Mit ausländischer Hilfe halten sie jedoch an ihrem Begegnungs- und Versöhnungsprojekt mit dem Namen „Zelt der Völker“ fest unter dem Motto „Wir weigern uns, Feinde zu sein“. Einige Tage später in der katholischen Gemeinde in Taybeh: Er gehört zu den wenigen noch mehrheitlich christlich bewohnten Orten in der sogenannten Westbank und liegt in der Nähe von Ramallah. Der für die Caritas-Arbeit der einheimischen römisch-katholischen Kirche zuständige Pfarrer Raed berichtete voller Begeisterung von Projekten zur Schaffung von Arbeitsplätzen für die christliche Bevölkerung, die aufgrund der israelischen Besatzung und der damit verbundenen schwierigen wirtschaftlichen Situation immer mehr auswandert. Voller Zuversicht sprach er davon, dass es gelingen wird, die Christen zum Bleiben zu bewegen. Beim Mittagessen im Anschluss erklangen jedoch ganz andere Töne. Es wurde erzählt, wie jüdisch-israelische Siedler aus der Umgebung einige Tage zuvor israelische Fahnen auf kirchliches Land gesetzt hätten, um damit provokant ihren Besitzanspruch zu manifestieren. In der Nacht darauf wurden im Dorf mehrere Autos christlicher Familien in Brand gesteckt. „So etwas gab es hier noch nie. Wir sind friedliche Menschen, wir haben doch niemandem etwas getan!“ Noch geschockt berichteten katholische Ordensschwestern von diesen Übergriffen. Der Eindruck der Reisegruppe, von denen die meisten schon mehrere Male im Land waren: Die Lage wird immer schwieriger, vor allem für Palästinenser. Doch das Thema der Besatzung spielt in der israelischen Öffentlichkeit so gut wie keine Rolle. Für sie hört die Welt an der Mauer, die das palästinensische Land durchzieht, praktisch auf. Deutlich wurde dieses bei einer Fahrt mit einem jüdisch-israelischen Taxi: Als sich herausstellte, dass das Ziel der Kleingruppe, die evangelisch-lutherische Schule „Talitha Kumi“ am Ortsrand von Beit Jala war, fing der Fahrer an zu zittern und sagte: „Dort wohnen Araber, die erschießen mich!“ In vielerlei Begegnungen sowohl mit Palästinensern als auch mit israelisch-jüdischen Staatsbürgern, die sich auf beiden Seiten für einen gerechten Frieden einsetzen, machte sich die Gruppe ein Bild von der aktuellen Situation, in der sich der israelische Staat laut Aussagen nicht weniger immer mehr als „rassistisch-koloniale Besatzungsmacht“ darstellt. Gesprächspartner auf beiden Seiten erinnerten an die besondere deutsche Verantwortung in diesem Konflikt, die sich ihrer Meinung nach nicht durch Zurückhaltung, sondern gerade durch mutige Schritte auszeichnen sollte. Zuallererst wurden dabei Boykottmaßnahmen gegenüber Israel genannt. „Nur so gelangt der Konflikt und das Leiden der palästinensischen Bevölkerung in die israelische Öffentlichkeit und es entsteht Druck auf die Politik, einen wirklichen Friedensprozess einzuleiten.“ Einhellig stand am Ende der Ruf: „Kommt wieder!“ Helmut Käss |
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Friedensnobelpreisträger Alfred H. Fried in der Alten Waage
Eindrucksvoll schilderte Göhring verschiedenste Facetten des Schaffens von Alfred Fried. 1911 hatte er, der eng mit Bertha von Suttner zusammenarbeitete, den Friedensnobelpreis für seine Verdienste um den konkreten Frieden bekommen. Besonders interessant für das einheimische Publikum war, dass es Anfang Oktober 1920 nach 1919 die 2. Friedenskonferenz in Braunschweig gab, auf der auch Fried eine Rede hielt. So gut wie kein Braunschweiger weiß das. Frieds Ziel war, durch journalistische Arbeit (Zeitschrift „Die Friedens-Warte“ ab 1899 – sie existiert noch heute!) die Menschen für den „organisierten“ Frieden zu gewinnen. Nur durch die vertragliche Einigung der europäischen Länder ließen sich nach seiner frühen Erkenntnis weitere schreckliche Kriege verhindern. So muss er heute als einer der ganz großen Vordenker der Vereinten Nationen und der Europäischen Union betrachtet werden. Angeregt hatten ihn Bilder des russischen Malers Wereschtschagin, die das furchtbare Ergebnis von Kriegen im 19. Jahrhundert zeigten, unter anderem einen Berg von Schädeln. Leider konnte Fried von der schriftstellerischen Arbeit und mit Hilfe von Sponsoren wie der Carnegie-Stiftung nur zeitweise leben. Sein Nobelpreisgeld spendete er sofort zur Hälfte für soziale Zwecke. Er starb völlig verarmt 1921 in Wien. Deutschland behandelte ihn sehr ungerecht. Er förderte auch Stenografie und Esperanto. Das Friedenszentrum bietet diese Ausstellung im Rahmen seines Projekts zum „Jubiläumsjahr“ 1913 an. Unser Titel heißt im Gegensatz zu dem romantisierenden Stadtprojekt „Aufstieg und Niedergang“. Sie soll wie unsere Vortragsreihen ein Beitrag zur Friedenskultur sein. Wer weiß schon, dass es vor dem 1. Weltkrieg eine Friedensbewegung gab? Es lohnt sich diese Ausstellung anzuschauen. Sie ist zu den normalen Öffnungszeiten der VHS zu sehen. Im Kundencenter der VHS gibt es einen Katalog für 10 Euro, so dass man sich in Frieds Leben und Werk auch zuhause vertiefen kann. Die Ausstellung ist bis 30.4. geöffnet und auch für SchülerInnen ab Jahrgang 9 geeignet. Führungen können unter 0531-35 11 47 vereinbart werden. Daniel Gottschalk, Frieder Schöbel |
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Erste Ergebnisse der Forschungen unserer Mitarbeiter zum Krisenjahr 1913 vorgestellt: Was Illies und Stölzl nicht sehen Veranstaltung im Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte am 13.03.2013 |
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Spannende Diskussion über Rüstungsexporte am 6.3.2013 Das Friedensbündnis hatte die zwei Braunschweiger Bundestagsabgeordneten Carola Reimann (SPD) und Florian Bernschneider (FDP) eingeladen, mit uns über die gefährlich angestiegenen Rüstungsexporte zu diskutieren. Wir beteiligen uns energisch an der „Aktion Aufschrei – Waffenexporte stoppen“, für die wir schon längere Zeit Unterschriften sammeln. Dazu hatten wir unter der Leitung von Dr. Ute Lampe auch den Experten Hauke Friederichs geladen, der gerade bei der Waffenmesse in Abu Dhabi gewesen war und das aufschlussreiche Buch „Bombengeschäfte – Tod made in Germany“ herausgebracht hat. Er schreibt auch für den „Tagesspiegel“ und die „Zeit“. Carola Reimann verwies auf das Regierungsprogramm der SPD. Das fordert eine restriktivere Waffenexportpolitik, als sie jetzt von Schwarz/Gelb betrieben wird. Ein Gremium des Bundestags soll geschaffen werden, das die größeren Exportentscheidungen der Regierung kontrollieren muss. Denn bisher ist alles ganz geheim. Der Bundessicherheitsrat entscheidet. An ihm sind 8 Ministerien und das Kanzleramt beteiligt. Zwar veröffentlicht die Regierung 12 – 18 Monate nach dem Jahresende einen Rüstungsexportbereicht. Der ist immerhin im letzten Jahr erstmals (!) im Bundestag diskutiert worden. Aber natürlich liegen die Entscheidungen viel zu lange zurück, als dass noch Einfluss genommen werden könnte. Zudem schweigt die Kanzlerin weitgehend zu der Diskussion, die uns nun schon längere Zeit bewegt: Müssen wir so viele Panzer, U-Boote und Gewehre in alle Ecken der Welt liefern? Deutschland hat Israel atomwaffenfähige U-Boote geliefert und sogar zum Teil geschenkt. Das geht in die Hunderte Millionen Euro. Deutschland soll mehrere hundert Panzer an Saudi-Arabien liefern und auch weitere Kriegsfahrzeuge, insgesamt für 1,24 Mrd. Euro. Beide Staaten gelten als Spannungsgebiete, in die nach den alten Richtlinien der Bundesregierung eigentlich nicht exportiert werden darf. Daher gibt es nun einen Vorschlag der Grünen, die alten Richtlinien durch ein Gesetz zu ersetzen. Auch der Bundespräsident hat mehr Transparenz angemahnt. Florian Bernschneider betonte die Notwendigkeit, dass wir eine attraktive Rüstungsindustrie haben müssen. Aber was ist bei der Rüstung überhaupt Fortschritt? Die Welt ist mit Waffen vollgestopft. Kaum ist ein Krieg beendet, wandern die Waffen schon ins nächste Land. Und die Forscher erfinden immer mehr und vor allem völkerrechtswidrige Waffen, z.B. einsatzfähigere Atomwaffen. Deshalb beschäftigte sich die Diskussion auch mit den Drohnen, die neuerdings die gezielte Tötung erleichtern. Was wirklich nötig ist, ist eine neue Moral in der Wissenschaft. Kein intelligenter Mensch sollte sich dazu hergeben, Zerstörungspotenzial oder Technik zum Töten zu entwickeln. Der Göttinger Universitätssenat hat gerade eine „Zivilklausel“ beschlossen, die kriegführungsorientierte Forschung ablehnt. Wann folgt die TU Braunschweig? Frieder Schöbel |
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„Die schrecklichen Zwillinge“ - Was will die ICAN-Bewegung? Ein Vortrag von Helmut Käss über Hiroshima und Fukushima am 21.02.2013 |
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Global Day of Action against Military Spending
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Hard Power oder Soft Power? - Chancen für den Weltfrieden? In der Reihe WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS hatte das Friedenszentrum wieder einmal Prof. em. Hartmut Heuermann von der Braunschweiger Uni eingeladen. Bekannt war er uns schon durch seine früheren Vorträge über die USA, über Ideologien und über Feindbilder geworden. Frieder Schöbel |
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Tempi passati? Oder warum wir uns als Juristen heute besonders im Kampf gegen die Kriegsgefahr engagieren können und müssen |
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Newsletter "atomwaffenfrei jetzt"
Der neue Newsletter der Kampagne "atomwaffenfrei jetzt" ist erschienen. |
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Newsletter des DAKS erschienen (Deutsches Aktionsnetz Kleinwaffen stoppen)
PDF unter http://www.rib-ev.de/daks/newsletter/DAKS-Newsl-2013-01.pdf |
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Was mit unseren Steuergeldern bezahlt werden soll
Zur Sitzung des Kulturausschusses am 23.11.2012 Ingeborg Gerlach |
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Was ist aus der arabischen Revolution geworden?
Andre Meisner |
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WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS Frieden nach außen und im Innern der Gesellschaft ist ein sehr gefährdetes Gut. Moderne Waffen können alles Leben auslöschen. Dauerhafter Frieden und gewaltfreie Lösungen von Konflikten setzen aber eine neue Lebenskultur weltweiter Gerechtigkeit und Solidarität voraus, die wir erst entwickeln müssen. Diese Kultur baut auf präziseren Informationen auf, als sie die Medien liefern, fordert selbstbewusste Bürgerinnen und Bürger und einen anderen Umgang mit Tradition, Erziehung und Politik. Unsere Vortragsreihe "Wege zu einer Kultur des Friedens" in der Volkshochschule will zum Nachdenken über und zum Engagement für eine Kultur des Friedens anregen.
Übersicht aller Veranstaltungen |
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Die Volksrepublik China – Armutsbekämpfung und besserer Lebensstandard contra Menschenrechte
… war der Titel eines Vortrages, den Brigitte Riedel (Amnesty international Braunschweig) am 18. Oktober im Rahmen unserer Reihe "Wege zu einer Kultur des Friedens" hielt. Vor vier Jahren, unmittelbar nach der Olympiade in Peking, hatte Frau Riedel schon einmal über dieses Thema referiert, und sie zog die Bilanz, dass die Repression seither größer geworden sei. Seit dem "Arabischen Frühling" sei die Angst der chinesischen Regierung vor den Massen gewachsen. Als Ursache wird die soziale Schieflage angesehen, die durch das ungleichmäßig verteilte Wirtschaftswachstum immer noch zunimmt. Menschenrechtler müssen die immer unberechenbarer werdende Staatsgewalt ebenso fürchten wie die Vertreter von ethnischen oder religiösen Minderheiten. Auch der Protest gegen die – oft gewaltsam praktizierte – Ein-Kind-Poltik führt zur Inhaftierung von Kritikern. Amnesty hat große Schwierigkeiten, an verlässliche Zahlen zu kommen; eine der Ursachen dafür ist die Praxis des "Verschwindenlassens" von Regimekritikern. Einen Schwerpunkt ihrer Ausführungen legte Frau Riedel auf gewaltsame Räumungen. Menschen verlieren ihre Häuser, an deren Stelle private Wohnblocks errichtet werden. Bauern verlieren ihr Land, das Industriekomplexen weichen muss. Wachstum ist das große Ziel, dem alles untergeordnet wird. Frau Riedel verwies auf die großen wirtschaftlichen Erfolge der Volksrepublik, deren Schattenseite aber, neben einer sich formierenden Immobilienblase, die Unterdrückung jeder Form von Protest ist. Nach ihrer Meinung ist sich die Regierung bewusst, dass der Protest im Lande wächst. Ingeborg Gerlach |
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Protest gegen Bundeswehreinsatz im Inneren Am 21. August entschied das Bundesverfassungsgericht in einer gemeinsamen Sitzung seiner beiden Senate, dass unter bestimmten Umständen ein Bundeswehreinsatz im Inneren des Landes möglich sein solle. Das höchste deutsche Gericht vollzieht damit eine Kehrtwende in seiner eigenen Rechtsprechung: Noch vor sechs Jahren war ein solcher Einsatz kategorisch ausgeschlossen worden. Das entsprach der Absicht des Grundgesetzes, das eine strikte Trennung von Polizei und Militär vorsieht. Das Urteil könnte das Einfallstor für künftige Bundeswehreinsätze im Innern werden. Nicht nur Atomkraftgegner fürchten, dass bei Protestaktionen in Zukunft die Bundeswehr zu Hilfe gerufen wird. Zusätzliche Nahrung erhält das Misstrauen gegenüber dieser Entscheidung durch die Tatsache, dass die Bundeswehr neue Einheiten aus Reservisten aufstellen will. Angeblich sind 27 solcher Einheiten in Kompagniestärke geplant. Außerdem wird verstärkt an der seit Jahren geplanten Phantomstadt Schnöggersburg in der Altmark gearbeitet. Hier kann der Häuserkampf geübt werden, und zwar in mitteleuropäischer Umgebung. Fürchten die Politiker auch in Deutschland soziale Unruhen im Zuge einer sich ausweitenden Eurokrise, gegen die die neuen Einheiten der Bundeswehr eingesetzt werden könnten?
Das Friedenszentrum Braunschweig e.V. protestiert gegen die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Es wird die Entwicklung weiterhin kritisch beobachten und die Auseinandersetzung im nächsten Jahr durch einen Vortrag vertiefen. Wir halten ein grundsätzliches Umdenken für unumgänglich. Dringend gefordert ist der Ausbau der zivilen Konfliktbearbeitung und eine Reduzierung des militärischen Potenzials. Unterstützt deshalb die Kampagne 20 Millionen mehr vom Militär für den Zivilen Friedensdienst! |
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Glückssüchtig "Das Streben nach Glück" (the pursuit of happiness) steht sogar in der Unabhängigkeitserklärung der Neuenglandstaaten von 1776, gleichberechtigt mit "Leben" und "Freiheit". Das scheint unser freiheitsliebender Präsident nicht auf dem Schirm gehabt zu haben, als er die Deutschen in einer Ansprache vor der Führungsakademie der Bundeswehr als "glückssüchtig" schalt, nur weil sie sich nicht an neue Kriegsgefallene gewöhnen wollen. Die Deutschen haben das Ende des Kalten Kriegs mit Erleichterung wahrgenommen, schließlich saß der Feind nur wenige Kilometer weiter ostwärts und sprach Deutsch. Der neue Feind, gegen den wir kämpfen sollten, war muslimisch, trug Bart und Turban und hörte auf den Namen "Terrorist". Er war in Afghanistan zu finden, aber auch sonst überall, und daher war er für die durchschnittlichen Bürger auch kein verinnerlichter Feind, für den man seine Soldaten opfern wollte. Dass aber schon im Weißbuch der Bundeswehr von 2006 stand, die Bundeswehr diene den Sicherheitsinteressen der BRD, zu denen auch die Rohstoffversorgung gehöre, nahm die Öffentlichkeit nicht richtig zur Kenntnis. Und als der naive Köhler es einmal auf dem Rückflug von Kabul aussprach, erschrak er über seine eigene Aussage, die er so nicht gemeint haben wollte, und warf das Handtuch. Jedoch: Der Umbau der auf Verteidigung angelegten Bundeswehr zu einer Interventionsarmee ist weitgehend vollzogen, und jetzt fordert Gauck, dass wir diese neue Situation nicht nur akzeptieren, sondern gutheißen. "Verantwortung übernehmen", nennt er das. Klingt sehr schön. Das gehört zu den Tricks der neuen Weltordnung, dass positiv besetzte Begriffe durch die Zuschreibung neuer Bedeutungen vollkommen umorientiert werden. "Reform" ist auch so ein Wort. Unter Willy Brandt klang es noch nach gesellschaftlichem Fortschritt, seit der Ära Schröder heißt das "Umverteilung von unten nach oben." Und jetzt "Verantwortung": Wir sollen Ja sagen zu Interventionen in aller Welt, überall dort, wo es geostrategisch oder aus Versorgungsgründen angebracht erscheint. Verluste müssen wir dafür auch in Kauf nehmen, das ist quasi ein moralisches Gebot. "White man´s burden", hieß es früher bei den Engländern, die Opfer für ihr Kolonialreich bringen mussten. Wir als Exportweltmeister müssten auch solche Lasten übernehmen, denn die Kämpfe ums Öl werden sich mehren. Wenn wir der vertrackten Logik von Pastor Gauck entgehen wollen, müssen wir nicht nur unsere Lebensweise, sondern vor allem die Wirtschaftsform ändern, der wir unsere Lebensweise verdanken. Vielleicht wären wir dann wirklich glücklicher, sehr zum Verdruss des Herrn Gauck. Ingeborg Gerlach |
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Kampagne "unsere zukunft – atomwaffenfrei" Newsletter 10 der Kampagne
Anlässlich der breiten Berichterstattung zum geplanten Verbleib der Atomwaffen in Deutschland Anfang September war atomwaffenfrei.jetzt ein gefragter Interviewpartner für Politik und Medien. Mit der Fokussierung der Kampagne seit März diesen Jahres auf den Stopp der Modernisierung der US-Atomwaffen und vielfältigen Aktivitäten, zuletzt zum Gedenken an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, war sie gut vorbereitet. Unter dem Motto "Abzug statt Lebenszeitverlängerung" macht atomwaffenfrei.jetzt in den nächsten Monaten deutlich, dass mit der Modernisierung die Hemmschwelle für einen Nuklearschlag größer werden und eine atomwaffenfreie Welt damit in weite Ferne rücken würde. Jetzt gilt es, Druck aufzubauen, die Kampagne auszuweiten und viele Menschen davon zu überzeugen, aktiv zu werden – auf der Straße, in den Social Media usw. Alle Parteien müssen in ihren Wahlprogrammen erklären, dass sich die Bundestagsfraktionen in der nächsten Legislaturperiode für eine vertragliche Ächtung aller Atomwaffen weltweit einsetzen und jene in Deutschland sofort abgezogen werden. Das soll im Koalitionsvertrag festgeschrieben werden. Es dürfen weder Haushaltsmittel für die Infrastruktur noch für eine Modernisierung der Trägerflugzeuge genehmigt werden. Inhalt:
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DAKS-Kleinwaffen-Newsletter Oktober 2012
Das Deutsche Aktionsnetz Kleinwaffen Stoppen ist ein Zusammenschluss verschiedener Friedens-, Menschenrechts und entwicklungspolitischer Gruppen und Organisationen. Ziel der geplanten Kampagnen und Aktionen ist es u.a., auf die weltweite Problematik der Kleinwaffen aufmerksam zu machen und die politisch Verantwortlichen aufzufordern, effektive gesetzliche Grundlagen und Kontrollverfahren durchzusetzen, um deutsche Rüstungsexporte zu verhindern. Inhalt:
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Ein Schulmediationsprojekt im Westjordanland
Am 20. September hatte das Friedenszentrum Schulamith Weil von der Kurve Wustrow (bei Lüchow) zu Gast. Wir sind sehr froh darüber, dass sie den zuvor eingeladenen Benjamin Blänkner, der leider kurzfristig erkrankt war, so kompetent vertreten konnte. Die "Kurve" in Wustrow leistet seit mehr als 30 Jahren Bildungs- und Trainingsarbeit für Gewaltfreiheit und Frieden. Weltweit begleitet sie z.Zt. 10 Friedensfachkräfte in Kooperationsprojekten des Zivilen Friedensdienstes (ZFD). Friedliche Konfliktlösungen in aller Welt, insbesondere im Nahen Osten, scheinen in weite Ferne gerückt. Die lange Besatzung und die gesellschaftlichen Umstürze in der arabischen Welt wirken sich auch auf Palästina aus. Die Menschen vor Ort sind zermürbt, verharren teils als hilflose Opfer oder wehren sich – teils gewaltsam. "Auch in den Schulen ist dies deutlich spürbar", so Frau Weil. Seit 2009 arbeiten Friedensfachkräfte der KURVE Wustrow zusammen mit der palästinensischen Lehrergewerkschaft GUPT am Aufbau von Streitschlichtungsprogrammen an staatlichen Schulen im Westjordanland. Schulamith zeigte eine Filmdokumentation über diese erfolgreiche Arbeit. Dabei können Schüler und Schülerinnen lernen, sich gegenseitig bei der Lösung von Konflikten eigenverantwortlich zu unterstützen. Auch kann es ihnen helfen Stress gewaltfrei zu bewältigen, fügte die Referentin hinzu. |
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Zum Gedenken an Hiroshima und Nagasaki vor 67 Jahren
Am Sonntag, 5. August 2012, gegen 21 Uhr versammelten sich in Braunschweig auf der Okerbrücke Jasperallee viele Menschen, um gemeinsam der Opfer der Atombombenabwürfe 1945 über den japanischen Städten Hiroshima (6. August) und Nagasaki (9. August) zu gedenken. Das Braunschweiger Bündnis für den Frieden lud damit gleichzeitig Bürgerinnen und Bürger ein, den Aufruf der Kampagne "Atomwaffenfrei.jetzt", des Bürgermeisternetzwerks "Mayors for Peace" und des Pacemakers-Radmarathon "Schrittmacher für eine friedliche und gerechte Welt ohne Atomwaffen" durch ihre Unterschrift zu unterstützen. Mitglieder des Friedenszentrums Braunschweig hatten auf der Brücke Informationstische aufgebaut, auf denen Flyer und Infos zum Thema zu finden waren, durch die z.B. auf aktuelle Daten über Atombewaffnung aufmerksam gemacht wurde. Daneben hingen ein entsprechendes Transparent "atomwaffenfrei – jetzt" und stimmungsvoll farbige Kraniche (gebastelt nach japanischer Origamikunst), welche in Japan die Symbolik des Glücks und die eines langen Lebens verkörpern. Wichtig der auf einem Klappbock zum Nachlesen angebrachte Aufruf "67 Jahre Hiroshima/ Nagasaki: 5 vor 12! Atomwaffenfrei.jetzt" , der mit 4 "Erwartungen" an die deutschen Politiker endet: sich weiter mit Nachdruck für den Abzug der US-Atomwaffen einzusetzen, einer Modernisierung der US-Atomwaffen zu widersprechen, sich für eine atomwaffenfreie Zone im Nahen und Mittleren Osten einzusetzen und ein verbindliches Verbot sowie die weltweite Vernichtung aller Atomwaffen zu unterstützen, z.B. durch Aufnahme in die jeweiligen Bundestagswahlprogramme. Allgemeine Zustimmung fand die Präsentation eines selbstgefertigten "Straßenschildes" mit der Aufschrift "Zum Hiroshima-Ufer", mit dem (nach dem Vorbild einiger anderer deutscher Städte) darauf aufmerksam gemacht wurde, dass es wichtig sei, auch in Braunschweig einen am Namen erkennbaren festen Ort des Gedenkens an das Geschehen in Hiroshima und Nagasaki zu haben. Hierfür biete sich der Weg an, der durch den Theaterpark vom Staatstheater in Richtung Theaterwerkstatt führt, und auf dem das Friedenszentrum Braunschweig schon seit einigen Jahren im August eine Lichterprozession zu einer bestimmten Stelle am Okerufer durchgeführt hat. So wurden auch in diesem Jahr wieder in der anbrechenden Dunkelheit Teelichter in Gläsern verteilt, mit denen sich die Lichterprozession auf den Weg machte zu der Stelle an der Oker, die intern "Hiroshima-Ufer" genannt wird. Dort angekommen, wurde gerade ein Floß in Gestalt eines Atomkraftzeichens in das Wasser gelassen. Es trug 100 große Kerzen – rote und weiße. All jene präsenten Lichter sollen Symbol sein für die zahllosen Todesopfer und die vielen Überlebenden, die im kühlenden Wasser der Flüsse in Hiroshima und Nagasaki Rettung suchten, und deren Nachkommen noch heute unter Strahlenkrankheiten leiden. Im Gedenken an diese Menschen eröffnete Frieder Schöbel vom Friedenszentrum die kleine Feierstunde. Anschließend stellte Klaus-Peter Bachmann (SPD – MdL) in einer kurzen Ansprache aktuell Gefahren des Atomwaffeneinsatzes dar und versprach, seinen eigenen politischen Einsatz auf den Frieden und gegen Atomwaffen zu fokussieren. Den besinnlichen Part leitete Brigitte Constein-Gülde mit zwei japanischen Gedichten ein: "Erinnerungen 1955" und "Die nukleare Wüste 1946" von Chie Segotuchi. Der Schauspieler Andreas Jäger las anschließend aus dem Buch "Der Tag, an dem Hiroshima verschwand" des japanischen Militärarztes Dr. Shuntaro Hida, der Augenzeuge in Hiroshima war. Vor den Zuhörern reihten sich Momente nahezu unerträglichen Grauens aneinander. Brigitte Constein-Gülde las danach "An meine tote Mutter und meinen toten Vater" aus "Die atomare Wüste" von Sumako Fukuda, das mit den Zeilen endet: "und es [das Wissen] hat die menschliche Rasse noch weiter hinab gestoßen auf dem Weg zur Vernichtung". Als dann zum Abschluss die Leserin noch das Gedicht "Das kleine tote Mädchen" von Nazim Hikmet vortrug, in dem es heißt "mein Blut ist verdampft, bis ich nur mehr Asche war", ging das vielen ZuhörerInnen bis an die Grenze des Mitempfindenkönnens Marussja Ries und Helmut Weidemeier |
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UNCOPAC und die Gründung der Peacebuilding Commission Die Bachelorarbeit unseres Mitarbeiters Daniel Gottschalk über Frieden und Krisenprävention. Inspiriert durch seine mehrjährige Mitarbeit beim Friedenszentrum entschied sich Daniel Gottschalk im Rahmen seiner Bachelorarbeit in seinem Studium der Integrierten Sozialwissenschaften am ISW der TU Braunschweig die Initiative UNCOPAC, die heute als Forum Crisis Prevention e.V. agiert, näher zu beleuchten und einen eventuell bestehenden Zusammenhang zur 2005 gegründeten Peacebuilding Commission zu untersuchen. Aus Dankbarkeit für die freundliche Unterstützung des Friedenszentrum stellt er uns seine Arbeit zur Veröffentlichung zur Verfügung. Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Kernfrage, was und wer den Prozess zur Gründung der Peacebuilding Commission (Kommission für Friedenskonsolidierung, PBC) beeinflusst hat. Interessierte sind eingeladen sich die Arbeit anzuschauen oder über das Literaturverzeichnis tiefer in die Thematik einzutauchen. Speziell Studierende dürfen die Arbeit gern zur Recherche benutzen. Über Kritik und Feedback freuen wir uns. Download (PDF): Daniel Gottschalk, "Die United Nations Commission on Peace and Crisis Prevention und die Gründung der Peacebuilding Commission" |
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Nach der Nakba-Ausstellung Die Ausstellung über die Nakba, die Vertreibung der Palästinenser in den Jahren 1947/48, ist am 4. Juli zu Endegegangen. Die Ausstellung war das Werk von Engagierten, deren wesentlicher Impuls darin lag, diese Urkatastrophe des Palästinensischen Volkes ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Seine Bedeutung erlangt dieses Ereignis der Vergangenheit dadurch, dass sich hier die Gründungsmythen der Palästinenser und der Israelis überkreuzen. Die ungeklärte Vergangenheit vergiftet noch immer die Gegenwart, und es steht zu befürchten, dass sie auch noch die Zukunft vergiften wird. (Einen Teil davon bekamen auch die Braunschweiger Veranstalter zu spüren, da ihnen gesellschaftliche Gruppierungen entgegentraten, die jede ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Nahostkonflikt als "Antisemitismus" heftig, wenn auch zum Glück nur verbal, bekämpften.) Da war von Gottes Verheißung an das Volk Israel die Rede. Völkerrechtlich dürfte das nicht bindend sein. Und von der absoluten Ausnahmestellung des Staates Israel auf Grund der Shoa: Den Verfechtern dieser Auffassung sei Avram Burgs Manifest "Hitler besiegen" zur Lektüre empfohlen. Er beschreibt die Instrumentalisierung der Shoa durch Israel: Während man den Deutschen als nützlichen Partnern längst ‚verziehen‘ hat, dienen die Palästinenser als Hitler-Ersatz. Burg war Sprecher der Knesseth und politischer Berater israelischer Regierungschefs; er rät seinem Volk, dass es nach vorne sieht und die anstehenden Probleme nicht länger verschleppt. Die wichtigsten Einsichten im Hinblick auf Gegenwart und Zukunft vermittelt die zweite Podiumsdiskussion im Begleitprogramm der Ausstellung am 2. Juli 2012 mit Felicia Langer, Johan Galtung und Norman Paech. Vor allem die beiden letzteren vertraten die Ansicht, dass zuerst ein Frieden kommen müsse, bevor Israel Sicherheit erlangen könne – nicht umgekehrt, wie heute von Israel argumentiert wird. Vom Westen sei wenig zu erwarten, wichtiger sei die UNO, die bereits letztes Jahr Palästina in die Unesco aufgenommen habe. Sie erinnerten an die KSZE-Konferenz von Helsinki, die 1975 dem Ostblock die Zusage der Menschenrechte abgerungen habe für den Preis der Anerkennung der bestehenden Grenzen. In diesem Zusammenhang plädierten die beiden für eine "Westasien"-KSZE, welche Sicherheit gegen Menschenrechte (und politische Rechte) garantieren könne. Bedauerlich ist das geringe Echo dieser hochkarätig besetzten Veranstaltung. Da sich die Braunschweiger Zeitung versagte, hatte die Diskussion keine Chance, über den Kreis der Insider hinauszugelangen. Es fällt auf, dass der Nahostkonflikt hierzulande systematisch unterschätzt wird. Dabei dient er auf beiden Seiten als Alibi: Die Palästinenser halten die Flüchtlinge von 1948 – nunmehr in der fünften Generation – noch immer in Lagern, die als Unruheherde fungieren. Und Israel hält an seiner Doktrin fest, dass es von Feinden umgeben sei und auf einen Präventivschlag nicht verzichten könne. Manche Kritiker behaupten sogar, der Konflikt mit dem Iran sei ein Ablenkungsmanöver Israels, um den Konflikt mit Palästina nicht ernsthaft in Angriff nehmen zu müssen. Angesichts dieser Relevanz des Themas hätten sich die Veranstalter mehr (Medien)-Öffentlichkeit gewünscht. Ingeborg Gerlach |
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Erich Constein – Zum 100. Geburtstag des Braunschweiger Friedensmalers
Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe "Wege zu einer Kultur des Friedens" in der Volkshochschule hielt Brigitte Constein-Gülde am 21. Juni 2012 einen Vortrag zu Ehren ihres Stiefvaters, des Grafikers, Malers und Poeten Erich Constein, der am 24. Juni 2012 100 Jahre alt geworden wäre. Von Beginn an kam zum Ausdruck, dass zwischen beiden eine sehr warmherzige Beziehung bestand, die das Leben von Brigitte Constein-Gülde stark beeinflusst hat. Ab ihrem 9. Lebensjahr begleitete er das Leben von ihrer Mutter und ihr, nachdem er 1955 aus einer 10-jährigen sowjetischen Kriegsgefangenschaft entlassen worden war. Die Familie zog nach mehreren Stationen nach Braunschweig, wo Erich Constein beruflich als Grafiker tätig war, u.a. für die Braunschweiger Baugenossenschaft, für die er deren Schriftzüge und Logos an ihren Gebäuden fertigte, oder das Braunschweig-Mosaik im EG des i-Punkt-Gebäudes im Heidberg, sowie den sog. Märchenbrunnen aus Metallabfällen im Hauptschulgarten. |
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Oikocredit – Geldanlegen für Gerechtigkeit
Am 24. Mai referierte Franziska Dickschen im Rahmen unserer Vortragsreihe "Wege zu einer Kultur des Friedens" über ihre Arbeit bei Oikocredit. Vor gut 20 Zuhörern stellte sie zunächst grundsätzlich das Modell Oikocredit vor, welches Kleinunternehmern in Entwicklungsländern Kleinkredite ermöglicht. Weiterhin stellte sie drei Projektpartner vor. Oikocredit arbeitet beispielsweise mit Partnern in Guatemala und aus der Elfenbeinküste zusammen. Weltweit hat Oikocredit 878 Partner und 45.000 AnlegerInnen. Das Kreditportfolio beträgt 508 Millionen Euro. Kritisch analysierte Dickschen im Anschluss einige Fälle, in denen Missbrauch mit Kleinkrediten getrieben wurde. Ein Allheilmittel seien Kleinkredite nicht. Auch hat sich mittlerweile eine eigene Sparte namens Mikrofinanz gebildet. Diese gehtmit Versicherungen, finanzieller Beratung und Überweisungsservices über die reine Vergabe von Mikrokrediten hinaus. Zum Schluss ihres Vortrags stellte Frau Dickschen noch ein Instrument zur Messung der Verringerung der Armut vor. Der PPI (Progress Poverty Index) erstellt aus den Angaben, wie beispielsweise der Anzahl der zur Schule gehenden Kinder, ein umfassendes Bild zum Stand und zur Entwicklung der Armut im Untersuchungsgebiet. Daniel Gottschalk |
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Ein Vergleich aus gegebenem Anlass Wenn in Braunschweig eine Ausstellung über die Geschichte der Indianer Nordamerikas gezeigt würde, wäre diese einseitig, weil sie die Sichtweise der USA und Kanadas nicht berücksichtigte. Trotzdem würde wahrscheinlich kein Hahn nach ihr krähen, geschweige denn eine "Ergänzung" verlangen (so, wie es jetzt der DGB im Hinblick auf die Nakba-Ausstellung fordert). Denn die Indianerausstellung wäre "nur" ein kulturelles Ereignis, das mit keinem politischen Anspruch verbunden ist. Hinter der Nakba-Ausstellung, welche die Ur-"Katastrophe" der Palästinenser, die Vertreibung in den Jahren 1947/48 aus palästinensischer Sicht darstellt, steht der politische Anspruch auf einen eigenen Staat Palästina, der bereits von der Mehrheit der Staaten dieser Welt anerkannt wird. Der Druck auf die Bundeskanzlerin wird immer größer auf Israel in diesem Sinne einzuwirken. Schon wird ihr in der – keineswegs linkslastigen – Wochenzeitung DIE ZEIT "Feigheit vor dem Freunde" vorgeworfen. Gerade weil Merkel vor der Knesseth das Existenzrecht Israels zur deutschen Staatraison erhoben hat, besitzt sie mehr Legitimität als andere, diese Forderung verbindlich zu erheben. Wenn wir vom 7. Juni 2012 an die Nakba-Ausstellung in der Brunsviga zeigen, dann deshalb, weil wir verhindern wollen, dass die Palästinenser bald ohne politischen Anspruch in einem Reservat sitzen und Folklore für die Touristen anbieten. Ingeborg Gerlach |
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Offener Brief In folgender Stellungnahme wollen wir den unerträglichen Anschuldigungen, die von der Antifaschistischen Gruppe Braunschweig (A.G.B.) gegen unser Mitglied Dr. Helmut Käss erhoben werden, deutlich widersprechen. Helmut Käss wird vorgeworfen ein antisemitisches Weltbild zu pflegen. Als Folge wird ihm der Zugang zu Veranstaltungen von A.G.B. und DGB-Jugend verboten. Dabei verhielt sich Helmut Käss – ein Mediziner im Ruhestand, der ein dialogbereiter Mensch ist und seine Meinung sachlich und argumentativ vertritt – auf keiner der von ihm besuchten Veranstaltungen so undemokratisch und störend wie die Mitglieder der A.G.B. auf anderen Veranstaltungen, die in den Räumen der TU BS stattfanden. (Podium Medicks – Hempel – Kleber: Zitat aus ihrem Flugblatt: "Diese Veranstaltung darf nicht stattfinden!"; Hecht-Galinski: die Polizei musste den demokratischen Ablauf der Veranstaltung gegen ihre Störungen sichern; und noch schlimmer: Sie liefen zum Präsidenten der TU und erreichten ein quasi Hausverbot für die Palästinenser). Aber zur sachlichen Klärung zunächst eine Definition von Antisemitismus: Dietz Bering: Helmut Käss hat niemals behauptet, dass "alle Juden schlecht seien". Er hat niemals verallgemeinert! Lediglich eine Kritik an der Politikgestaltung der für eine gewisse Zeit gewählten israelischen Regierung äußerte er. Würde sich ein Mensch aus Israel hinstellen und die Politikgestaltung Angela Merkels und ihres Kabinetts kritisieren, würde ihm wohl auch niemand eine deutschfeindliche bzw. christenfeindliche Einstellung unterstellen. Es muss für jeden verständlich sein, dass die Kritik an einem Staat sich niemals an ein ganzes Volk richten kann, da der normale Bürger eines Staates die Politik seiner Regierung nur indirekt durch Wahlen beeinflussen kann. An den Politikinhalten kann er nichts direkt verändern. Das kann allein eine Administration. Somit ist der Vorwurf des Antisemitismus im Fall Helmut Käss keinesfalls gerechtfertigt! Er stellt im Weiteren eine starke Verleumdung dar. Die A.G.B. schützt sich jedoch durch Anonymisierung auf ihren Flyern und die dreiste Vereinnahmung aller Studenten der TU Braunschweig durch die Angabe der Studierendenvertretung (AStA) – ohne dass die Studierenden jemals informiert, geschweige denn gefragt wurden – als Kontaktadresse auf ihrer Homepage. Eine Verhaltensweise, die nahtlos an das undemokratische und dialogunwillige Vorgehen der Gruppe anknüpft. Das Friedenszentrum Braunschweig ist der Überzeugung, dass die Probleme im Nahen Osten, die immer wieder von beiden Seiten angefeuert werden, nur durch ein dialogorientiertes und vorurteilabbauendes Vorgehen gelöst werden können. Nur so kann nötiges Vertrauen geschaffen werden! Gleiches Verhalten sollten alle zivilgesellschaftlichen Akteure – inklusive der A.G.B. – hier in einem demokratischen Braunschweig an den Tag legen. Konstruierte Antisemitismusvorwürfe helfen hier genauso wenig weiter wie das Stören von Veranstaltungen und Verweigerung von Diskussionen! Wir hoffen in Zukunft mit der A.G.B. und dem DGB Braunschweig in einen konstruktiven Dialog treten zu können. Es gibt wahre Feinde der Demokratie! Gerade in Zeiten, in denen der Rechtsterror immer stärker zu werden scheint, sollten sich links-orientierte Vereinigungen zusammentun und kooperieren. Die Zerstrittenheit spielt nur den Rechten in die Hände! Freundliche Grüße, |
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Die Geschichte des Anderen verstehen lernen Ein israelisch-palästinensisches Schulbuchprojekt zur Geschichte des Nahostkonfliktes Als Auftakt des Vorprogramms zur Nakba-Ausstellung im Juni referierte Prof. Dr. Falk Pingel aus Bielefeld, ehemaliger Direktor des Georg-Eckert-Instituts für Internationale Schulbuchforschung in Braunschweig, über die Probleme bei der Ausarbeitung eines israelisch-palästinensischen Geschichtsbuches. Etwa 30 Zuhörer folgten dem Vortrag, der am 17.04.2012 in der Volkshochschule Heydenstraße stattfand. Das Projekt des Peace Research Institute in the Middle East lief in Kooperation mit dem Braunschweiger Georg-Eckert-Institut von 2002 bis 2010 und war der Versuch, vermittelnd zwischen den beiden Volksgruppen tätig zu werden. Inhaltlich sollte nicht eine allgemeine Geschichte der Region erzählt werden, vielmehr war der Ansatz ein Schulbuch zu schaffen, welches die Perspektiven beider Seiten unabhängig voneinander zu Wort kommen lässt und somit zur Auseinandersetzung mit der Geschichte des Anderen führt. Bei existierenden israelischen und palästinensischen Schulbüchern herrscht eine äußerst einseitige und stereotype Sichtweise vor, die die Geschichte der anderen Seite größtenteils ignoriert oder gar negiert. |
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Das FZ unterstützt das Forum Crisis Prevention e.V. Das Forum Crisis Prevention e.V. ist seit dem Jahr 2005 der rechtliche Nachfolger der Initiative PRO UNCOPAC. PRO UNCOPAC forderte die Einrichtung einer Kommission für Frieden, die ein besonderes Augenmerk auf Prävention und zivile Konfliktbearbeitung legen sollte. Im Jahr 2005 richteten die Vereinten Nationen die Kommission für Friedenskonsolidierung ein. Dabei verzichteten die UN auf Präventions- und Frühwarnsysteme, da es diese Punkte betreffend von einigen UN-Mitgliedsstaaten Widerstand aus Angst vor Souveränitätsverlusten gegeben hatte. Das Forum arbeitet für die Stärkung bestehender und die Entwicklung neuer internationaler Strukturen, deren Hauptzweck die Verhinderung kriegerischer Formen von Konfliktaustragung und die Eindämmung von Krisen ist. Unter www.crisis-prevention.info können weitere Informationen abgerufen werden. |
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Die Würde der Anderen Unter diesem Titel steht ein Gastkommentar des früheren israelischen Staatssekretärs im Außenministerium Alon Liel in der "Frankfurter Rundschau" vom 24. März 2012. Er stellt fest, dass der Vorwurf der Apartheid Israel gegenüber zwar nicht zutreffe, weil Israel seinen Bürgern gesellschaftliche und politische Rechte einräume – im Gegensatz zum früheren Südafrika. Dennoch verfolge der Vorwurf der Apartheid Israel aus zwei Gründen. Der eine sei die konsequente Missachtung der Palästinenser: "In vielen Teilen der Welt herrscht das Gefühl, dass Israel den Palästinensern nicht nur ihre nationalen Grundrechte vorenthält, sondern ihnen ihre Ehre, ihre Würde und selbst ihr Narrativ raubt. So als ob die Palästinenser für die Israelis im Wortsinne nicht zählten." Liel folgert daraus: "Eine Gemeinschaft, die getreten und gedemütigt wird, ist eine Gemeinschaft, der die Achtung versagt wird. Und mit so einer Gemeinschaft ist es unmöglich, irgendeine Art von Verständigung zu erreichen." Der zweite Grund ist das schrittweise Scheitern der Zwei-Staaten-Lösung. Selbst viele Unterstützer eines palästinensischen Staates glaubten, dass es gar nicht mehr möglich sein werde, sie zu erreichen. Wenn es aber zu keiner Zwei-Staaten-Lösung komme, dann werde der Vorwurf der Apartheid erst recht virulent, und die Welt werde immer deutlicher nach den individuellen und kollektiven Rechten der Palästinenser fragen. Doch in Israel wage man es gar nicht mehr, diese Fragen zu stellen. Daher sorgten sich in aller Welt immer mehr Menschen um Israel. Alle, die Israel liebten, seien aufgerufen, diese Fragen zu stellen. Liel schließt mit einem nachdrücklichen Appell: "Es ist an der Zeit für uns alle, sowohl in Israel wie im Ausland, eine ehrliche Diskussion über Israels lang angelegte Politik zu beginnen, bevor das Land genau wie einst das Apartheid-Südafrika in den Abgrund stürzt." Ingeborg Gerlach |
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Prof. Roland Roth über "Mutbürger und Bürgerinitiativen".
Das Friedenszentrum e.V. Braunschweig feiert derzeit sein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum und hatte aus diesem Anlass Professor Roland Roth (Hochschule Magdeburg / DESI-Institut, Berlin) zu einem Vortrag "Mutbürger – Bürgerinitiativen in der parlamentarischen Demokratie" eingeladen. Es war brechend voll im Speicher der Alten Waage an diesem 15. März 2012 bei dieser 105. Veranstaltung in der Reihe "Wege zu einer Kultur des Friedens". Roth hatte in seinem im vergangenen Jahr erschienenen Buch über "Bürgermacht" (Edition Körber-Stiftung), die These gewagt, dass wir uns in einer "vorrevolutionären" Situation befinden. Er unterstützte sie mit statistischen Belegen, aus denen die Unzufriedenheit eines Großteils der Bevölkerung hervorging. Früher seien es nur, die Jungen gewesen, die der etablierten Politik nicht mehr die Fähigkeit zusprächen, die gegenwärtigen Probleme zu lösen, Heute sei es eine Mehrheit der gesamten Bevölkerung. Und in zunehmendem Maße teile auch die politische Klasse diese katastrophale Einschätzung. Gleichzeitig verlangten 81% der Bevölkerung nach mehr Mitsprache. "Nicht für und nichts ohne uns", laute die Parole. |
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Offener Brief an Außenminister Westerwelle Das Friedenszentrum Braunschweig e.V. fordert Außenminister Westerwelle im Rahmen des nicht-ständigen Mitgliedsstatus Deutschlands im Sicherheitsrat der UN auf, im Sinne der Beendigung der gewaltsam ausgetragenen Konflikte in Syrien verstärkte diplomatische Anstrengungen zu unternehmen, um eine Friedensmission der Vereinten Nationen dort möglich zu machen, die für die Schaffung von Sicherheitskorridoren mit Hilfe von neutralen UN-Blauhelmen einsteht. Wir würden uns von der BRD in Bezug auf ihre eigene Geschichte und Verantwortung eine Teilfinanzierung dieser Friedensmission durch freiwillige Zusatzbeiträge wünschen. Als Blauhelmsoldaten sollten im Sinne des Vertrauens beider Seiten am besten vor allem Blauhelme mit arabischem Hintergrund eingesetzt werden. Dies könnte die Akzeptanz der friedenschaffenden bzw. der die Kombattanten trennenden Mission auf beiden Seiten stärken. Die von den UN beschlossene Responsibility to Protect, also die Verantwortung, die leidende Zivilbevölkerung zu beschützen, ohne eine militärische Intervention (die möglicherweise interessengeleitet nur von einer Handvoll Staaten durchgeführt würde), sollte in Syrien Leben retten können und daher hier dringend angewendet werden. Beschlossen vom Vorstand am 1. März 2012 |
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Gewaltfrei gegen die Mauer in Bil'in
Im Rahmen unserer Vortragsreihe "Wege zu einer Kultur des Friedens" sprach am 19.1. der Palästinenser Hamdi Abu Rahma über die Situation in seinem Heimatort Bil'in. Das Dorf liegt direkt in der Gegend, wo ab 2005 die israelische Sperranlage errichtet wurde, welche Israel vom Westjordanland trennt. Die Menschen in dieser Region sind primär von Landwirtschaft abhängig, jedoch verloren sie durch die Mauer einen Großteil des Acker- und Weidelandes. Allein durch Verlust von Tausenden Olivenbäumen entstehen jährlich Verluste von 50 Millionen Dollar. "The popular committees against the wall and settlements" organisieren jede Woche gewaltfreie Demonstrationen an der Sperranlage, welche von Anwohnern sowie israelischen und internationalen Aktivisten unterstützt werden. Den Protesten wird von der israelischen Armee kontinuierlich mit Gewalt begegnet. So kommen zum Beispiel Tränengasbomben zum Einsatz, die weite Gebiete in Rauch hüllen und eine Flucht vor dem Gas nahezu unmöglich machen. In einer dieser Aktionen starb deswegen ein Frau an Erstickung. Des Weiteren benutzt die Armee zum Beispiel gummiummantelte Stahlgeschosse, die zu schweren Verletzungen führen können. |
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Wie viele Flüchtlinge sollte Europa aufnehmen?
40 Millionen Flüchtlinge sind unterwegs, doch nur drei Prozent davon kommen nach Europa. Dennoch schottet Europa sich mit der Grenztruppe "Frontex" ab. Diese Truppe nimmt auf Menschenrechte keine Rücksicht. Über die weltweite Flüchtlingsproblematik referierte Pastor i.R. Helmut Erchinger am 17. November im Rahmen der Reihe "Wege zu einer Kultur des Friedens", die gemeinsam vom Friedenszentrum und dem Friedensbündnis veranstaltet wird. Herr Pastor Erchinger ist Mitbegründer des "Refugiums". |
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Das Leben von Picasso: Antikriegs- und Friedensbilder
Am 20. Oktober präsentierten Brigitte Constein-Gülde und Elke Almut Dieter in der Volkshochschule das Leben und Wirken von Pablo Picasso mit besonderem Hinblick auf sein Schaffen im Bereich der Antikriegs- und der Friedensbilder. Schon früh, bevor er die ersten Kriegserlebnisse hatte, beschäftigte sich Picasso, dessen Talent schon von frühester Jugend an von seinem Vater und später an der Kunstakademie gefördert wurde, mit dem Leiden. Dabei wurde er nicht nur vom Tod eines Freundes beeinflusst, woraus die Blaue Periode resultierte, er zeigte auch oft nicht etwa die Reichen und Schönen, sondern konzentrierte sich auf Randgruppen, Arme und eher Geächtete, deren Leid er porträtierte. Später engagierte er sich als eher politischer Künstler, so malte er Bilder zur Anklage und Verhöhnung Francos, den er als widerliches Monster darstellte. Diese Bilder hatte er in einer Tausenderauflage auch gedruckt und verkauft – wobei der Erlös einem guten Zweck zugeführt wurde. |
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Evangelische Kirche kritisiert die Außen- und Entwicklungspolitik der Bundesregierung Präses Schneider, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, kritisierte, wie einem Bericht des Deutschlandfunks (Tag für Tag, 14.10.2011) zu entnehmen war, die Außen- und Entwicklungspolitik der schwarz-gelben Regierung. Schon im Koalitionsvertrag sei ein Vorrang des Sicherheitsdenkens festgeschrieben worden, der seither zu einer Veränderung im Selbstverständnis deutscher Außen- und Entwicklungspolitik geführt habe. Wo die Vorgängerregierung noch auf zivile Konfliktbearbeitung, Diplomatie und Kompromiss gesetzt habe, stehe jetzt das Prinzip der "vernetzten Sicherheit", d.h. einer Mischung von militärischen und zivilen Maßnahmen, das letztlich nach den Regeln der Aufstandsbekämpfung funktioniere. Durch diese Gemengenlage werde auch die Entwicklungspolitik in die Sicherheitspolitik hineingezogen, was nicht den Absichten der evangelischen Entwicklungsdienste entspreche. Die Evangelische Kirche betont, dass diese Veränderung, die nicht öffentlich diskutiert, sondern stillschweigend vollzogen wurde, nicht ihrem ethischen Leitbild vom gerechten Frieden entspreche, da dieses auf Gewaltverminderung und nicht auf Gewaltvermehrung abziele. Die Evangelische Kirche fordert zum zivilen Handeln auf. Nur auf Sicherheit allein lasse sich kein Frieden gründen. Ingeborg Gerlach |
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Franziska Dickschen über
Franziska Dickschen setzt sich seit Jahren für den gerechten Handel ein. Sie sieht die Hauptprobleme des Welthandels darin, dass sich Großkonzerne in armen Ländern ansiedeln und Böden und lokale Arbeiter ausbeuten. Kleinbauern werden in den Urwald vertrieben, der wiederum unter der betriebenen Landwirtschaft stark leidet. Gleich zu Beginn machte Frau Dickschen klar, dass es ihr nicht um "Almosen für die Bevölkerung armer Länder" geht. Sie fordert gerechte Preise für die dort verrichtete Arbeit! Großkonzerne haben im "Konzert der Weltwirtschaft" beispielsweise bei der WTO mehr zu sagen. Trotzdem haben heutzutage Fair-Trade-Organisationen einen gewissen Einfluss bei der WTO. Dies sei ein großer Erfolg! |
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Syrien Sehr geehrte Bundeskanzlerin, wir bitten Sie, dass die Bundesregierung auf die EU dahingehend einwirkt, dass alle nur möglichen Sanktionen unterhalb der Schwelle des Militärischen gegen Syrien verhängt werden, solange es nicht von seiner die Menschenrechte aufs Tiefste verletzenden Politik ablässt. Friedenszentrum Braunschweig e.V. |
Bürgermeister für den Frieden Das Friedenszentrum Braunschweig hat eine Dokumentation über das Verhalten des Braunschweiger OB und mehrere nicht veröffentlichte Leserbriefe des Friedenszentrums an die Braunschweiger Zeitung aus den letzten Jahren zusammengestellt. Insbesondere die Kritik am OB machen wir gern der Öffentlichkeit zugänglich, weil dadurch nun endlich für eine Vertretung Braunschweigs bei der nächsten Tagung der "Bürgermeister für den Frieden" in der Nachbarstadt Hannover gesorgt wurde. |
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Aachener Friedenspreis für Jürgen Grässlin Der Freiburger Sachbuchautor und unermüdliche Kämpfer gegen den deutschen Export von Kleinwaffen, Jürgen Grässlin, hat am 1. September 2011 – zusammen mit der Tübinger Informationsstelle Militarisierung – den Aachener Friedenspreis erhalten. Mit diesem Preis werden Menschen geehrt, die sich vorbildlich "von unten" für den Frieden einsetzen, teilte der Verein zur Begründung mit. Die Verleihung findet im September statt. Das Friedenszentrum gratuliert Jürgen Grässlin, der am 7. April 2010 Referent in unserer Reihe „Wege zu einer Kultur des Friedens" war. |
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Allein gegen die Waffenindustrie Deutschland, dessen politische Führung sich gern als Vorreiter bei Frieden und Abrüstung in den Vordergrund stellt, steht jetzt auf Platz 3 der Waffenexporteure weltweit und liefert hemmungslos Waffen selbst an menschenrechtsverletzende Staaten sowie in Kriegs- und Krisengebiete. Mit ihrer Zustimmung zum Export deutscher Gewehre, Panzer, U-Boote, Militärhubschrauber und Kampfflugzeuge heizt die Bundesregierung fahrlässig kriegerische Auseinandersetzungen an – zum Profit der eigenen Rüstungsindustrie und auf Kosten unzähliger Menschenleben. Das Friedenszentrum verleiht kostenlos den Film "Allein gegen die Waffenindustrie" über den Freiburger Lehrer Jürgen Grässlin, Sprecher der Kritischen Aktionäre DaimlerChrysler, der DFG-VK, des "Deutschen Aktionsnetzes Kleinwaffen Stoppen" (DAKS) und Deutschlands bekanntester Rüstungsgegner, der seit über 25 Jahren sein Engagement im Widerstand gegen die Produktion von Kriegsmaterial und gegen deutsche Waffenhersteller sieht. Er besuchte Opfer deutscher Waffen in Afrika und Asien und gibt ihnen eine Stimme und ein Gesicht. Zu den teils illegalen Waffenexporten siehe auch unseren Rundbrief 2010-09. Derzeit läuft unsere AKTION AUFSCHREI gegen die wahnsinnigen Waffenexporte Deutschlands an. |
Gedenkort Buchhorst Es gibt Neues vom Gedenkort Buchhorst! Uns wurden zwei neue Namen von dort erschossenen Personen zugetragen. Eduard Ortmayer und Walter Grieble werden nun nicht mehr vergessen sein. Wir haben neue Schilder produziert und haben diese im ersten Kugelfang installiert. Außerdem sind noch Exemplare der begehrten Broschüre über den Gedenkort Buchhorst vorrätig und können dort für 10 € erworben werden. |
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Tunesien / Ägypten: Die unterschlagene Dimension US-Präsident Obama zog Vergleiche mit dem Fall der Berliner Mauer, als Mubarak endlich abtrat. Gemeinsamer Nenner des Aufbruchs ist das Fehlen politischer Grundrechte. Aber so wichtig der Kampf um Meinungs- und Demonstrationsfreiheit auch ist, die Berichterstattung lässt die soziale Dimension der arabischen Aufstände in den Hintergrund treten. In Tunesien war die Massenarbeitslosigkeit vor allem der jungen Menschen der Auslöser für die Proteste. Ein Student, der keine Lebensperspektive mehr sah, verbrannte sich. Hunger spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle: Die Lebensmittelpreise sind stark gestiegen, seitdem Nahrungsmittel zum Gegenstand von weltweiten Spekulationen geworden sind. Die Personalisierung greift zu kurz: Ben Ali oder Mubarak mögen sich in schändlicher Weise bereichert und zur Erhaltung ihrer Macht gewaltige Unterdrückungsapparate aufgebaut haben – mit ihrer Entfernung gibt es noch lange keine Jobs oder billigere Nahrungsmittel. Beim Weltsozialforum in Dakar benannte man daher den Systemfehler sehr viel präziser, wenn man vom heraufziehenden Ende des Neoliberalismus sprach. Zu hoffen bleibt, dass die jetzt einsetzende Unterstützung des Westens nicht nur zu politischem, sondern auch zu wirtschaftlichem Umdenken führt, die breiten Bevölkerungsschichten Zugang zum Reichtum ihrer Länder ermöglicht. Ingeborg Gerlach |
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Braunschweig unterm Hakenkreuz
"Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt." (Mahatma Gandhi) Vor 29 Jahren, 1981, erschien in Braunschweig ein Buch, über die nationalsozialistische Vergangenheit unserer Stadt. Das Buch ist seit vielen Jahren vergriffen. Ein Exemplar wurde nunmehr digitalisiert und steht als PDF der Allgemeinheit zur Verfügung. Das Buch heißt „Braunschweig unterm Hakenkreuz. Bürgertum, Justiz und Kirche – Eine Vortragsreihe und ihr Echo“. Herausgegeben wurde das Buch seinerzeit von Dr. Helmut Kramer, Richter a.D. am Braunschweiger Oberlandesgericht. Das Buch ist das Ergebnis einer über die Stadtgrenzen hinaus Aufsehenden erregenden Veranstaltungsreihe in Braunschweig im Jahr 1980. Politologen, ein Soziologe, ein Jurist und ein Theologe untersuchen das Verhalten des Bürgertums gegenüber dem Nationalsozialismus vor Ort: Wie haben sich die Justiz, die Kirche und andere maßgebliche Institutionen des Bürgertums vor und nach 1933 in einem bestimmten lokalen Umkreis verhalten und welche Triebkräfte leiteten sie? Zahlreiche Bilder und Dokumente tragen zur Anschauung der Darstellungen bei. Der Abdruck von Artikeln und Leserbriefen in der Braunschweiger Presse gibt einen Eindruck davon, wie das Braunschweiger Bürgertum 35 Jahre nach dem Kriegsende zur eigenen Geschichte stand.
Braunschweig unterm Hakenkreuz (PDF, 20 MB) Uwe Meier |
Einweihung der Gedenktafel am ehem. Judenhaus, Ferdinandstraße 9
Rede von Frieder Schöbel zur Einweihung der Gedenktafel |
Atomwaffen sind unbenutzbar, unmoralisch und illegal. Dies gerade auch und vor allem wegen der weitreichenden Folgen eines Atomwaffeneinsatzes für Mensch und Umwelt. Am 8. Juli 2013 wollen die „Bürgermeister für den Frieden“ in Deutschland für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen sichtbar Flagge zeigen!
Am 3. April wurde von Prof. Walter Göhring aus Wien die jetzt in der Alten Waage vom Friedenszentrum präsentierte Ausstellung zu Friedensnobelpreisträger Alfred Fried eröffnet. Göhring schrieb 2006 die erste Biographie zu Fried und gehört zu den Autoren der Ausstellung.
3. Weltweiter Tag von Aktionen gegen Militärausgaben am 15. April 2013
Am Donnerstag begrüßten wir in unserer VHS-Reihe - Wege zu einer Kultur des Friedens - Orhan Sat als Referenten, der zuletzt vor zwei Jahren über die Türkei informierte. Sein Thema diesmal war "Arabellion zwischen dem arabischen Frühling und dem panislamischen Winter - Demokratie ohne Demokraten".

