Aktuell

WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS

Frieden nach außen und im Innern der Gesellschaft ist ein sehr gefährdetes Gut. Moderne Waffen können alles Leben auslöschen. Dauerhafter Frieden und gewaltfreie Lösungen von Konflikten setzen aber eine neue Lebenskultur weltweiter Gerechtigkeit und Solidarität voraus, die wir erst entwickeln müssen. Diese Kultur baut auf präziseren Informationen auf, als sie die Medien liefern, fordert selbstbewusste Bürgerinnen und Bürger und einen anderen Umgang mit Tradition, Erziehung und Politik. Unsere Vortragsreihe "Wege zu einer Kultur des Friedens" in der Volkshochschule will zum Nachdenken über und zum Engagement für eine Kultur des Friedens anregen.

Übersicht aller Veranstaltungen
Berichte über Veranstaltungen
Hinweis auf kommende Veranstaltungen

Gewaltfrei gegen die Mauer in Bil'in

Im Rahmen unserer Vortragsreihe "Wege zu einer Kultur des Friedens" sprach am 19.1. der Palästinenser Hamdi Abu Rahma über die Situation in seinem Heimatort Bil'in.

Das Dorf liegt direkt in der Gegend, wo ab 2005 die israelische Sperranlage errichtet wurde, welche Israel vom Westjordanland trennt. Die Menschen in dieser Region sind primär von Landwirtschaft abhängig, jedoch verloren sie durch die Mauer einen Großteil des Acker- und Weidelandes. Allein durch Verlust von Tausenden Olivenbäumen entstehen jährlich Verluste von 50 Millionen Dollar.

"The popular committees against the wall and settlements" organisieren jede Woche gewaltfreie Demonstrationen an der Sperranlage, welche von Anwohnern sowie israelischen und internationalen Aktivisten unterstützt werden. Den Protesten wird von der israelischen Armee kontinuierlich mit Gewalt begegnet. So kommen zum Beispiel Tränengasbomben zum Einsatz, die weite Gebiete in Rauch hüllen und eine Flucht vor dem Gas nahezu unmöglich machen. In einer dieser Aktionen starb deswegen ein Frau an Erstickung. Des Weiteren benutzt die Armee zum Beispiel gummiummantelte Stahlgeschosse, die zu schweren Verletzungen führen können.

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Erleichterter Waffenexport auch in Krisengebiete?

Exportmeister Deutschland liegt auch beim Waffenexport ganz weit vorne, aber unserer Rüstungs- pardon: Sicherheitsindustrie genügt das nicht. Sie benutzt die Reduzierung von Waffenkäufen wegen Verkleinerung der Bundeswehr, um einen Paradigmenwechsel beim Waffenexport zu verlangen – und die Bundesregierung zieht mit. Waren bisher Exporte in Krisengebiete untersagt, so soll nun, laut Otfried Nassauer in der NDR-Sendung "Streitkräfte und Strategien" am 19. Dezember 2011, der Export "verantwortungsbewusst" gehandhabt werden. Aufstrebenden Schwellenländern wie z.B. Indien oder Arabien, die eine "stabilisierende" Funktion in ihrer Region besitzen, sollen Waffenlieferungen nicht länger verweigert werden – schon um der Gleichstellung der deutschen Waffenindustrie mit der Konkurrenz in anderen EU-Staaten willen. Darüber hinaus ist die Bundesregierung bemüht, die EU-Exportkontrolle (z.B. für Dual Use-Güter) möglichst niedrig zu halten. Also noch mehr Export? Nassauer verweist darauf, dass schon heute über 70% der Waffenproduktion in den Export gehen. Er empfiehlt dringend den Abbau der Überkapazitäten.

Ingeborg Gerlach

DAKS-Kleinwaffen-Newsletter Dezember 2011

Das Deutsche Aktionsnetz Kleinwaffen Stoppen ist ein Zusammenschluss verschiedener Friedens-, Menschenrechts und entwicklungspolitischer Gruppen und Organisationen. Ziel der geplanten Kampagnen und Aktionen ist es u.a., auf die weltweite Problematik der Kleinwaffen aufmerksam zu machen und die politisch Verantwortlichen aufzufordern, effektive gesetzliche Grundlagen und Kontrollverfahren durchzusetzen, um deutsche Rüstungsexporte zu verhindern.

Inhalt:

  • Der Rüstungsexportbericht 2010:
    Erstaunlich und bemerkenswert, aber wenig überraschend
  • Das "Marking and Tracing" von Kleinwaffen muss verbessert werden!
  • Heckler & Koch: Großauftrag aus Indien wirft Fragen auf
  • Heckler & Koch unter Bestechungsverdacht:
    Staatstragende Empörung hilft nicht weiter
  • Nur ein Fall von Misswirtschaft?
    Sicherheit deutscher Munitionsdepots gefährdet?
  • Neue Kampfflugzeuge für die Schweizer Armee?

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DAKS-Broschüre "Im Visier: Heckler & Koch" (PDF, 5.3 MB), publiziert 2005

Wie viele Flüchtlinge sollte Europa aufnehmen? Wie sollten wir mit ihnen umgehen?

40 Millionen Flüchtlinge sind unterwegs, doch nur drei Prozent davon kommen nach Europa. Dennoch schottet Europa sich mit der Grenztruppe "Frontex" ab. Diese Truppe nimmt auf Menschenrechte keine Rücksicht.

Über die weltweite Flüchtlingsproblematik referierte Pastor i.R. Helmut Erchinger am 17. November im Rahmen der Reihe "Wege zu einer Kultur des Friedens", die gemeinsam vom Friedenszentrum und dem Friedensbündnis veranstaltet wird. Herr Pastor Erchinger ist Mitbegründer des "Refugiums".

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Panzer für Saudi-Arabien

Die "Frankfurter Rundschau" berichtet unter der Überschrift "Waffen für die Welt" am 8. November 2011, dass sich die Bundesregierung um bessere Exportbedingungen für deutsche Waffen bemüht. Während die EU-Kommission Beschränkungen für sogenannte Dual-Use-Güter (Produkte, die sowohl zivil wie auch militärisch nutzbar sind) verhängen will, setzt sich die Bundesregierung dagegen zur Wehr. Der "legale Handel, insbesondere mit neuen Gestaltungsmächten" dürfe nicht unangemessen erschwert werden, zitiert die Zeitung aus dem Schreiben der Bundesregierung.

Laut "Frankfurter Rundschau" hat der geheim tagende Bundessicherheitsrat bereits im Sommer erstmals der Ausfuhr von 270 Leopard-Panzern nach Saudi-Arabien zugestimmt. Margot Käßmann, Schirmherrin der "Aktion Aufschrei – stoppt den Waffenhandel" reagierte mit Empörung auf diese Erlaubnis, da Saudi-Arabien im Frühjahr mitgeholfen habe, den Aufstand in Bahrain niederzuschlagen.

Ingeborg Gerlach

Das Leben von Picasso:
Antikriegs- und Friedensbilder

Am 20. Oktober präsentierten Brigitte Constein-Gülde und Elke Almut Dieter in der Volkshochschule das Leben und Wirken von Pablo Picasso mit besonderem Hinblick auf sein Schaffen im Bereich der Antikriegs- und der Friedensbilder.

Schon früh, bevor er die ersten Kriegserlebnisse hatte, beschäftigte sich Picasso, dessen Talent schon von frühester Jugend an von seinem Vater und später an der Kunstakademie gefördert wurde, mit dem Leiden. Dabei wurde er nicht nur vom Tod eines Freundes beeinflusst, woraus die Blaue Periode resultierte, er zeigte auch oft nicht etwa die Reichen und Schönen, sondern konzentrierte sich auf Randgruppen, Arme und eher Geächtete, deren Leid er porträtierte. Später engagierte er sich als eher politischer Künstler, so malte er Bilder zur Anklage und Verhöhnung Francos, den er als widerliches Monster darstellte. Diese Bilder hatte er in einer Tausenderauflage auch gedruckt und verkauft – wobei der Erlös einem guten Zweck zugeführt wurde.

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Evangelische Kirche kritisiert die Außen- und Entwicklungspolitik der Bundesregierung

Präses Schneider, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, kritisierte, wie einem Bericht des Deutschlandfunks (Tag für Tag, 14.10.2011) zu entnehmen war, die Außen- und Entwicklungspolitik der schwarz-gelben Regierung. Schon im Koalitionsvertrag sei ein Vorrang des Sicherheitsdenkens festgeschrieben worden, der seither zu einer Veränderung im Selbstverständnis deutscher Außen- und Entwicklungspolitik geführt habe. Wo die Vorgängerregierung noch auf zivile Konfliktbearbeitung, Diplomatie und Kompromiss gesetzt habe, stehe jetzt das Prinzip der "vernetzten Sicherheit", d.h. einer Mischung von militärischen und zivilen Maßnahmen, das letztlich nach den Regeln der Aufstandsbekämpfung funktioniere. Durch diese Gemengenlage werde auch die Entwicklungspolitik in die Sicherheitspolitik hineingezogen, was nicht den Absichten der evangelischen Entwicklungsdienste entspreche.

Die Evangelische Kirche betont, dass diese Veränderung, die nicht öffentlich diskutiert, sondern stillschweigend vollzogen wurde, nicht ihrem ethischen Leitbild vom gerechten Frieden entspreche, da dieses auf Gewaltverminderung und nicht auf Gewaltvermehrung abziele. Die Evangelische Kirche fordert zum zivilen Handeln auf. Nur auf Sicherheit allein lasse sich kein Frieden gründen.

Ingeborg Gerlach

Die Berliner Compagnie war auch 2011 wieder in Braunschweig!

Am 23. September 2011 gastierte nun zum achten Mal die mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnete Berliner Compagnie auf unsere Einladung hin in Braunschweig. In der gut besuchten Brunsviga zeigten sie in Erstaufführung außerhalb Berlins ihr Stück "So heiß gegessen wie gekocht" – ein weiteres hochpolitisches Stück über die Konflikte, vor die die Energieabzocker die betroffenen BürgerInnen stellen: Neues Kohlekraftwerk oder nicht? Dabei griffen sie auch die aktuelle Flüchtlingsproblematik auf. Wird der illegal arbeitende afrikanische Ingenieur abgeschoben?

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Franziska Dickschen über
"Fair denken, fair handeln, fair kaufen!"

Franziska Dickschen setzt sich seit Jahren für den gerechten Handel ein. Sie sieht die Hauptprobleme des Welthandels darin, dass sich Großkonzerne in armen Ländern ansiedeln und Böden und lokale Arbeiter ausbeuten. Kleinbauern werden in den Urwald vertrieben, der wiederum unter der betriebenen Landwirtschaft stark leidet. Gleich zu Beginn machte Frau Dickschen klar, dass es ihr nicht um "Almosen für die Bevölkerung armer Länder" geht. Sie fordert gerechte Preise für die dort verrichtete Arbeit! Großkonzerne haben im "Konzert der Weltwirtschaft" beispielsweise bei der WTO mehr zu sagen. Trotzdem haben heutzutage Fair-Trade-Organisationen einen gewissen Einfluss bei der WTO. Dies sei ein großer Erfolg!

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Helmut Kramer über
"Wehrmachtsjustiz vor und nach 1945"

Zum 100. Abend der Reihe WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS begrüßte Frieder Schöbel, der vor 12 Jahren die Vortragsreihe ins Leben gerufen hatte, 55 Gäste. Er gab einen Überblick über die bekanntesten akademischen, Fach- und Laien-ReferentInnen, die das Friedenszentrum im Laufe der Zeit in die VHS eingeladen hat. Die Vielfalt der Themen reichte von den Gefahren der Atomwaffen bis zu aktuellen Gewalt-Konflikten. Die Liste kann hier heruntergeladen werden.

Den Festvortrag hielt Helmut Kramer (81), Braunschweiger Richter aus Wolfenbüttel, frisch gebackener Träger des Fritz-Bauer-Preises und langjähriges Mitglied des Friedenszentrums. Er setzte sich zuletzt 2009 als Sachverständiger im Bundestag erfolgreich dafür ein, dass auch die sogenannten "Kriegsverräter" endlich rehabilitiert wurden. Dass man einen verbrecherischen Krieg nicht verraten kann, darüber waren sich alle Anwesenden einig. Davor hatte er jahrzehntelang für die Aufhebung ungerechter Urteile und Gesetze gearbeitet – was ihm oft gelang (Erna Wazinski Todesurteil, Rechtsberatungsmissbrauchsgesetz der Nazis usw.).

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Lesen Sie dazu auch Kriegsjustiz durch die Hintertür – Freibrief zum Töten von Helmut Kramer

Syrien

Sehr geehrte Bundeskanzlerin,

wir bitten Sie, dass die Bundesregierung auf die EU dahingehend einwirkt, dass alle nur möglichen Sanktionen unterhalb der Schwelle des Militärischen gegen Syrien verhängt werden, solange es nicht von seiner die Menschenrechte aufs Tiefste verletzenden Politik ablässt.

Friedenszentrum Braunschweig e.V.

25. Juni 2011 – Internationaler Aktionstag zur Abschaffung aller Atomwaffen

Die "offiziellen" Atomwaffenstaaten (USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China) trafen sich am 29. und 30. Juni in Paris. Wie im letzten Jahr rief die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen, ICAN, zu einem globalen Aktionstag am 25. Juni auf, um darauf aufmerksam zu machen, dass noch immer keine Verhandlungen über ein Verbot von Atomwaffen aufgenommen wurden.

Weltweit wurden Gruppen aktiv mit Flashmobs, Online-Aktionen, Protesten und Mahnwachen, Picknicks, Infoständen, Graffiti-Aktionen und vielem mehr. Die verschiedenen Ideen kann man auf der internationalen Homepage nachlesen: www.nuclearabolition.org.

Auch in Braunschweig haben engagierte Bürger zu diesem Aktionstag beigetragen: Million Pleas – die wahrscheinlich längste Videokette der Welt. Eine Gruppe von Schulkindern im japanischen Hiroshima hatte mit diesem Video begonnen. Es ist an die neun Staaten adressiert, die im Besitz von Atomwaffen sind. Überall auf der Welt werden Menschen gebeten, ein 2-Sekunden-Video von sich selbst auf die Website www.millionpleas.com zu stellen, in dem sie das Wort „please“ (bitte) sagen.

Bürgermeister für den Frieden

Das Friedenszentrum Braunschweig hat eine Dokumentation über das Verhalten des Braunschweiger OB und mehrere nicht veröffentlichte Leserbriefe des Friedenszentrums an die Braunschweiger Zeitung aus den letzten Jahren zusammengestellt.

Insbesondere die Kritik am OB machen wir gern der Öffentlichkeit zugänglich, weil dadurch nun endlich für eine Vertretung Braunschweigs bei der nächsten Tagung der "Bürgermeister für den Frieden" in der Nachbarstadt Hannover gesorgt wurde.

Dokumentation herunterladen

Aachener Friedenspreis für Jürgen Grässlin

Der Freiburger Sachbuchautor und unermüdliche Kämpfer gegen den deutschen Export von Kleinwaffen, Jürgen Grässlin, hat – zusammen mit der Tübinger Informationsstelle Militarisierung – den diesjährigen Aachener Friedenspreis erhalten. Mit diesem Preis werden Menschen geehrt, die sich vorbildlich "von unten" für den Frieden einsetzen, teilte der Verein zur Begründung mit. Die Verleihung findet im September statt.

Das Friedenszentrum gratuliert Jürgen Grässlin, der am 7. April 2010 Referent in unserer Reihe „Wege zu einer Kultur des Friedens" war.

Allein gegen die Waffenindustrie

Deutschland, dessen politische Führung sich gern als Vorreiter bei Frieden und Abrüstung in den Vordergrund stellt, steht jetzt auf Platz 3 der Waffenexporteure weltweit und liefert hemmungslos Waffen selbst an menschenrechtsverletzende Staaten sowie in Kriegs- und Krisengebiete. Mit ihrer Zustimmung zum Export deutscher Gewehre, Panzer, U-Boote, Militärhubschrauber und Kampfflugzeuge heizt die Bundesregierung fahrlässig kriegerische Auseinandersetzungen an – zum Profit der eigenen Rüstungsindustrie und auf Kosten unzähliger Menschenleben.

Das Friedenszentrum verleiht kostenlos den Film "Allein gegen die Waffenindustrie" über den Freiburger Lehrer Jürgen Grässlin, Sprecher der Kritischen Aktionäre DaimlerChrysler, der DFG-VK, des "Deutschen Aktionsnetzes Kleinwaffen Stoppen" (DAKS) und Deutschlands bekanntester Rüstungsgegner, der seit über 25 Jahren sein Engagement im Widerstand gegen die Produktion von Kriegsmaterial und gegen deutsche Waffenhersteller sieht. Er besuchte Opfer deutscher Waffen in Afrika und Asien und gibt ihnen eine Stimme und ein Gesicht.

Zu den teils illegalen Waffenexporten siehe auch unseren Rundbrief 2010-09.

Derzeit läuft unsere AKTION AUFSCHREI gegen die wahnsinnigen Waffenexporte Deutschlands an.

Kampagne "unsere zukunft – atomwaffenfrei"

Newsletter der Kampagne – November 2011

Die neue Kampagne zur weltweiten Ächtung aller Atomwaffen steckt in den Startlöchern

Der Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland ist zwar beschlossene Sache, erweist sich politisch als schwieriger umzusetzen als ursprünglich gedacht. Da sich die NATO in Lissabon im November 2010 nicht entscheiden konnte, was mit den US-Atomwaffen in Europa geschieht, musste die Atomwaffendoktrin erst überprüft werden. Das Ergebnis soll erst auf dem nächsten NATO-Gipfel in Chicago am 20. und 21. Mai 2012 beschlossen werden. Währenddessen schafft jedoch die US-Regierung Tatsachen. Die geschätzten 20 B61-Atombomben in Büchel sollen zwar abgezogen werden, aber nur um in den USA modernisiert zu werden. Die neuen Atombomben sollen 2017 in Deutschland stationiert werden. Sie sollen präziser werden und beim Einsatz weniger Kollateralschaden verursachen. Erstens könnte damit die Hemmschwelle für den Einsatz sinken und zweitens läuft diese Entscheidung dem deutschen Beschluss, die US-Atomwaffen abziehen zu lassen, völlig konträr.

Inhalt:

  • Mach mal einen Punkt!
  • Start der Kampagne: 26. März 2012
  • next stop. Chicago 2012
  • Tagung "Friedenskultur 2012", Essen
  • Mitarbeit ist erwünscht!
  • Weniger plaudern, mehr (ver)handeln

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Website: www.atomwaffenfrei.de

Volksbegehren für gute Schulen

Am 1. Juli hat der Staatsgerichtshof in Bückeburg entschieden, dass die Frist für das Ende des Volksbegehrens erst am 14. Januar 2012 abläuft. Reicht schnellstens die alten Bögen ein, sie werden noch gezählt. Ab ca. 15. Juli gibt es neue Bögen. Informationen und Unterschriftenbögen gibt es unter www.volksbegehren-schulen.de.

Diskutiert mit allen Bekannten, denn viele haben noch nichts vom Volksbegehren gehört. Es lohnt sich!

Erklärung des Friedenszentrums zum Gedenktag an den Gazakrieg

Am 27. Dezember 2008 begann Israel mit der Militäraktion "Gegossenes Blei" den Krieg gegen die palästinensische Bevölkerung in Gaza. Auf ein Gebiet von der Flächengröße Bremens, das von allen Seiten hermetisch abgeriegelt ist, wurden über einen Zeitraum von 22 Tagen schätzungsweise 1,5 Millionen Tonnen Sprengstoff abgeworfen. Von einem "Krieg ohne Gnade" sprach Israels Verteidigungsminister Ehud Barak.

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Gedenkort Buchhorst

Es gibt Neues vom Gedenkort Buchhorst! Uns wurden zwei neue Namen von dort erschossenen Personen zugetragen. Eduard Ortmayer und Walter Grieble werden nun nicht mehr vergessen sein. Wir haben neue Schilder produziert und haben diese im ersten Kugelfang installiert.

Außerdem sind noch Exemplare der begehrten Broschüre über den Gedenkort Buchhorst vorrätig und können dort für 10 € erworben werden.

Nina Eisenhardt – Internationale Jugendbewegung gegen Atomwaffen

Wir freuen uns sehr darüber, Nina Eisenhardt, die ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Pressehütte Mutlangen abgeleistet hat, als Referentin hier gehabt zu haben.

Sehr detailiert und das Interesse der Zuhörer weckend berichtete Nina über die letzte Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages im Jahr 2005 und darüber was man von der diesjährigen Konferenz erwarten kann.

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Sofortiges Ende der Blockade gefordert

Wir protestieren voller Empörung gegen die blutige Erstürmung der Gaza-Hilfs-Flotille durch Israel und die dadurch verursachte Tötung von Menschen. Wir fordern ein sofortiges Ende der Blockade von Gaza und ungehinderten Zugang für lebensnotwendige Waren und nichtmilitärische Gebrauchsgegenstände.

Presseerklärung des Friedensbündnis Braunschweig

Menschenrechte im Iran

In unserer Vortragsreihe begrüßten wir am 20. Mai 2010 den iranischen Menschenrechtsaktivisten Abbas Safai. Er erhielt 1985 politisches Asyl, als es ihm gelang, aus einem iranischen Gefängnis zu fliehen. Seitdem ist es ihm ein großes Anliegen sich für Unschuldige einzusetzen und sie nicht in Vergessenheit geraten zulassen. Er selbst studierte im Iran VWL und später in Deutschland BWL. Verheiratet ist er mit einer Deutschen, mit der er zusammen einen Sohn hat.

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Tunesien / Ägypten: Die unterschlagene Dimension

US-Präsident Obama zog Vergleiche mit dem Fall der Berliner Mauer, als Mubarak endlich abtrat. Gemeinsamer Nenner des Aufbruchs ist das Fehlen politischer Grundrechte. Aber so wichtig der Kampf um Meinungs- und Demonstrationsfreiheit auch ist, die Berichterstattung lässt die soziale Dimension der arabischen Aufstände in den Hintergrund treten. In Tunesien war die Massenarbeitslosigkeit vor allem der jungen Menschen der Auslöser für die Proteste. Ein Student, der keine Lebensperspektive mehr sah, verbrannte sich. Hunger spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle: Die Lebensmittelpreise sind stark gestiegen, seitdem Nahrungsmittel zum Gegenstand von weltweiten Spekulationen geworden sind.

Die Personalisierung greift zu kurz: Ben Ali oder Mubarak mögen sich in schändlicher Weise bereichert und zur Erhaltung ihrer Macht gewaltige Unterdrückungsapparate aufgebaut haben – mit ihrer Entfernung gibt es noch lange keine Jobs oder billigere Nahrungsmittel. Beim Weltsozialforum in Dakar benannte man daher den Systemfehler sehr viel präziser, wenn man vom heraufziehenden Ende des Neoliberalismus sprach.

Zu hoffen bleibt, dass die jetzt einsetzende Unterstützung des Westens nicht nur zu politischem, sondern auch zu wirtschaftlichem Umdenken führt, die breiten Bevölkerungsschichten Zugang zum Reichtum ihrer Länder ermöglicht.

Ingeborg Gerlach

Braunschweig unterm Hakenkreuz

"Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt." (Mahatma Gandhi)

Vor 29 Jahren, 1981, erschien in Braunschweig ein Buch, über die nationalsozialistische Vergangenheit unserer Stadt. Das Buch ist seit vielen Jahren vergriffen. Ein Exemplar wurde nunmehr digitalisiert und steht als PDF der Allgemeinheit zur Verfügung.

Das Buch heißt „Braunschweig unterm Hakenkreuz. Bürgertum, Justiz und Kirche – Eine Vortragsreihe und ihr Echo“. Herausgegeben wurde das Buch seinerzeit von Dr. Helmut Kramer, Richter a.D. am Braunschweiger Oberlandesgericht.

Das Buch ist das Ergebnis einer über die Stadtgrenzen hinaus Aufsehenden erregenden Veranstaltungsreihe in Braunschweig im Jahr 1980. Politologen, ein Soziologe, ein Jurist und ein Theologe untersuchen das Verhalten des Bürgertums gegenüber dem Nationalsozialismus vor Ort: Wie haben sich die Justiz, die Kirche und andere maßgebliche Institutionen des Bürgertums vor und nach 1933 in einem bestimmten lokalen Umkreis verhalten und welche Triebkräfte leiteten sie?

Zahlreiche Bilder und Dokumente tragen zur Anschauung der Darstellungen bei. Der Abdruck von Artikeln und Leserbriefen in der Braunschweiger Presse gibt einen Eindruck davon, wie das Braunschweiger Bürgertum 35 Jahre nach dem Kriegsende zur eigenen Geschichte stand.

Braunschweig unterm Hakenkreuz (PDF, 20 MB)
Anhang (PDF, 10 MB)

Uwe Meier

Einweihung der Gedenktafel am ehem. Judenhaus, Ferdinandstraße 9

Rede von Frieder Schöbel zur Einweihung der Gedenktafel
Informationen zum Gedenkstättenkonzept