| Redebeiträge 3.04.2010: Ostermarsch in Braunschweig von Frieder Schöbel, Albrecht Fay, Marion Krüger und Bernd Sternkieker REDE zur Eröffnung des Braunschweiger Ostermarsches 2010
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| Rede von Pastor Albrecht Fay beim Ostermarsch in Braunschweig 2010-04-03: Es ist nichts gut in Afghanistan. Margot Käsmann kam in arge Bedrängnis für diese Wahrheit. Dabei: Die Geschehnisse von gestern geben nun wieder bitter recht. Es wird ja immer schlimmer Recht zu behalten. Gestern wieder dreimal sinnloses Sterben für diesen Kriegseinsatz, der keinen Frieden bringen kann. Das wussten wir ja eigentlich schon längst, und acht Jahre lang nun versucht man mit kriegsähnlichen Zuständen, wie es sich schließlich nennen darf, Frieden und stabile gesellschaftliche Verhältnisse und gar Demokratie einzuführen. Nichts ist gut in Afghanistan. Denn Kriege bringen keinen Frieden, nur zweifelhafte Siege und Ruinen von Gesellschaften und ihrer volkswirtschaftlichen Stabilität und immer nur wenige die daran gewaltig verdienen. Deutschland hat die Bronzemedaille im Rüstungsexport. Der Exportschlager der deutschen Rüstungsproduktion ist das Maschinengewehr „Parabellum“ Bereite den Krieg vor. In Anlehnung an das schrecklich zynische Sprichwort: Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor - „Si vis pacem para bellum“. Das ist spätrömische Dekadenz und nicht ein beschimpftes hartzendes Prekariat. Natürlich denken wir an Barack Obama, den Friedensnobelpreisträger und, wir mögen nun darüber denken, wie wir wollen, begleiten ihn sicherlich bei allen Enttäuschungen mit guten Wünschen. Er wollte in seiner Osloer Rede erklären, warum er Kriege führt für den Frieden. Eine schwierige, wenn auch ehrliche Rede. Er sagte unter anderem: „Ich bin nicht gegen alle Kriege nur gegen dumme.“ Man muss sich fragen gibt es denn überhaupt andere als dumme? Aber was er da geerbt hat, war ja auch die Dummheit seines Vorgängers, diese Kriege zu beginnen. Doch Obama schickte nun weitere 30.000 Soldaten nach Afghanistan, um den Krieg zu beenden und Frieden zu schaffen für uns schwer erträglich. Obama in diesem Amt gäbe es nicht ohne die Gewaltfreiheit, die Martin Luther King gezeigt hat und durchgetragen hat bis zu seiner Ermordung. Die Beiden gehören wohl doch zusammen. Danke. |
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| Rede von Marion Krüger beim Ostermarsch in Braunschweig 2010-04-03: Liebe Bürger, heute habe ich das erste Mal die Möglichkeit, vor vielen von euch zu sprechen. Das letzte Jahr hatte mich die Nahost-Politik intensiver in meinem Leben bewegt, als es in den Jahren davor war. Und voller Optimismus hatte ich mich mit einigen vom Friedenszentrum auf den Weg nach Ägypten gemacht. Es war uns allen absolut ein Bedürfnis, den Menschen im Gazastreifen zu zeigen: „Hey, wir haben euch nicht vergessen! Wir denken an euch! Wir wirken Tag für Tag, wo wir die Möglichkeit haben, auf unsere Politiker ein und sagen: „Bitte vergesst sie dort nicht!“ Wir denken natürlich auch an die Israelis und wünschen, dass sie mit den Palästinensern zusammen in Frieden leben können. Doch wie es momentan läuft, ist es alles andere als tragbar. Wenn man davon hört, wie der Alltag aussieht für die Menschen in Gaza. Wenn ich an die Frauen denke, die ihre Kinder und Säuglinge mit Nitrit-verseuchtem Wasser ernähren müssen. Welche Zukunft haben sie? Auch ich habe Kinder, die noch zur Schule gehen, oder eine Tochter, die studiert. Auch die Eltern dort möchten eine gute Zukunft für ihre Kinder haben und da wegzuschauen war uns absolut unmöglich. Leider hatten wir nicht die Chance, die Menschen in Gaza zu begrüßen, wir wollten uns ein Bild von ihnen machen, wir wollten sehen, wie es dort aussieht, und ihnen Hoffnung bringen, doch das wurde uns verwehrt. Es war auch traurig zu spüren, wie sich leider die europäischen Politiker eingraben und unserem Unternehmen keine Hilfe haben zukommen lassen. Sicherlich wäre etwas möglich gewesen, wenn sie es gewollt hätten. Aber die Menschen, die sich dort auf den Weg gemacht haben, die waren voller Hoffnung, und ich denke, diese Hoffnung sollte weiter bestehen, sie sollte verstärkt werden. Und jeder, der etwas tun kann, sollte sich dort einbringen. Es ist so wichtig, dass die Menschen im Dialog bleiben und nicht sagen: „Was kann ich schon tun, dieser Konflikt ist schon ewig, da wird sich nichts mehr ändern.“ Jeder einzelne von uns hat die Chance, nicht wegzugucken und zu agieren. Auch ich war anfangs von einer wahnsinnigen Angst besessen. Ich habe gedacht - worauf lässt du dich ein? Aber wenn merkt, dass man nicht alleine ist, dass auch viele andere genauso denken, weiß man: gemeinsam sind wir stark! Und gemeinsam können wir mit friedlichen Möglichkeiten sehr viel bewegen. Als ich am Jahresende das Theater aus Jenin gesehen habe Junge Menschen in dem Alter meiner Tochter, die hauptsächlich die Thematik hier über die Körpersprache vermittelt haben - hat es mich sehr ergriffen, wie diese Menschen eine Sehnsucht haben nach Frieden, nach Freiheit. Und ich denke, diese Möglichkeit sollte man jedem geben und man sollte nicht einfach Völker alleine in ihrem Elend lassen. Darum bitte ich Sie, darüber nachzudenken, und ich bedanke mich, dass sie so zahlreich zugehört haben.
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| Rede von Bernd Sternkieker beim Ostermarsch in Braunschweig 2010-04-03 Mein Name ist Bernd Sternkieker, ich komme von der Bürgerinitiative Waggum und wir protestieren gegen den Flughafenausbau. Jetzt kann man natürlich fragen: was hat das mit dem Ostermarsch zu tun? Was hat das mit Frieden zu tun? Wir finden, es hat erstaunlich viel mit Frieden zu tun. Und zwar der Frieden in dieser Stadt ist durch das Flughafenprojekt längst gestört. Das dokumentieren die 85 Protestaktionen seit Beginn des Ausbaues. Der Flughafenausbau bricht den Frieden in mehrerer Hinsicht. Am augenfälligsten sicherlich durch die Eingriffe gegen die Natur, sowie die drohende Kappung und Isolierung ganzer Orte im Norden der Stadt. Zunehmend aber auch durch behördliche Schikanen gegen die protes-tierenden Menschen, gegen das Glockengeläut, gegen den Einsatz eines Megaphons, gegen das Demonstrieren auf der Straße, gegen die Versammlungsleitung, ja sogar gegen das Tragen der gelben Weste. Dazu nun auch noch Militärforschung am Flughafen Braunschweig-Waggum. Es ist bisher nie richtig mitgeteilt worden, was man an diesem Flughafen überhaupt vorhat, warum diese Langebahn verlängert wird. Man ist auf Spekulationen angewiesen. Wir haben jetzt herausgefunden: der Ausbau sei „essenziell nötig für Forschung rund um den neuen Truppentransporter A400M“. Es ist geplant, einen neuen Truppentransporter zu entwickeln. Das hat die Firma Airbus übernommen, und die Firma Airbus kommt damit nicht klar, weil das Ding zuviel können muss. Daher sollen jetzt auch Forschungseinrichtungen oder Forschungsaufträge nach Braunschweig kommen, bei denen besonders Tiefflug und Ähnliches geübt wird. Also bisher war am Flughafen immer nur von Forschung die Rede, aber das ist es nicht allein, das kann nicht sein. Niemand hat die eigentlichen Gründe für den Flughafenausbau mitgeteilt, die eigentlichen Gründe kommen erst jetzt durch die täglichen Protestmärsche häppchenweise ans Tageslicht. Auch der demokratische Frieden in dieser Stadt ist seither gestört. Alle können mithelfen, den zivilen Frieden wieder herzustellen. Verhindern wir gemeinsam das Flughafenprojekt! |
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Rede von Mechthild Hartung, VVN Mitglied, Gedenkveranstaltung Reisebergmorde am 4.7.2010 Liebe Freundinnen und Freunde, liebe MitstreiterInnen!
Sie lebten die die besten Eigenschaften, die der Mensch entwickeln kann: sie erkannten als Gewerkschafter und Kommunisten früh, welche Gefahr mit dem sich deutlich bemerkbar machenden Rechtsruck verbunden war. Sie erkannten das Zusammenspiel von Politik und Großkapital, das verheerende Auswirkungen auf die soziale Lage der Arbeiterklasse hatte. Massenarbeitslosigkeit war Produkt der Herrschenden und wurde verwendet als Triebfeder für die Verbreitung der sogenannten „nationalsozialistischen“ Ideologie. Diese aber war reaktionär, völkisch und chauvinistisch; sie hatte mit Sozialismus nicht das Geringste zu tun. |
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Liebe Braunschweigerinnen und Braunschweiger,