| Aktueller Rundbrief - 05/2010
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Liebe Freundinnen und Freunde,
vorab wollen wir euch gerne einen aktuellen Vorgang vorstellen, der uns sehr am Herzen liegt. Folgenden Brief hat das FZ an den Fachbereich Tiefbau+Verkehr der Stadt BS gerichtet:
… das Friedenszentrum hat 2003 dafür gesorgt, dass die Gedenkplatte im Fußweg vor der AOK installiert wurde und ist in gewisser Weise noch verantwortlich dafür.
Wir möchten Sie darum bitten, dass vor der Wieder-Installation nach der Beendigung der Bauarbeiten an der Brücke (möglichst bald, sofern kein Fahrverkehr über den Fußweg läuft) die 50 x 30-Bronzeplatte gereinigt wird und dass sie von den umgebenden Fußwegplatten möglichst durch farblich kontrastierende Steine abgehoben wird.
Im alten Zustand war sie durch des öfteren weiß bemalte Pflastersteine hervorgehoben worden. Einfacher wäre es, gleich andersfarbige Steine zu verwenden.
Für ein Gespräch hierüber stehen wir bereit.
Die Behörden hatten uns nicht einmal von der zeitweisen Entfernung der Platte informiert. Selbst der Leiter der AOK wusste nichts davon. Wir sind sehr schockiert darüber, wie unsere Arbeit an dieser Stelle „unsichtbar“ gemacht wird. Schon seit Frühjahr des Jahres ist die Platte nicht an ihrem rechtmäßigen Ort. Wir wünschen uns eine rasche Reinstallation!
Inhalt:
1) Besuch von Edo Medicks aus Israel am 19.7.2010
2) Solidarität mit Palästina
3) „Widerreden - 60 Jahre Friedenspreis des Deutschen Buchhandels“ Ausstellung in der Herzog-August-Bibliothek
4) Das Friedenszentrum besucht die IGS FF … und was ist eigentlich die Nonviolent Peaceforce?
5) Interessante Web-Links
6) Termine
7) Zitat
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| Besuch von Edo Medicks aus Israel am 19.7.2010
Der Konflikt zwischen Israel und Palästina kennt viele Protagonisten. Jeder hat seine Geschichte, jeder eröffnet seine eigene Perspektive. Einer von ihnen ist der junge israelische Fotograf Edo Medicks, der es sich als Friedensaktivist zur Aufgabe gemacht hat, den Konflikt zu dokumentieren und auf diese Weise der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Am Montag den 19.7. war er Gast der Braunschweiger Friedensbewegung.
Edo ist ehemaliger Soldat, drei Jahre verrichtete er seinen Wehrdienst in der israelischen Armee. Welchen Einfluss diese Zeit auf seine politische Haltung genommen hat, bleibt spekulativ an der Politik seines Heimatlandes lässt er jedenfalls kein gutes Haar. In einer Diskussionsrunde des Friedensbündnisses schilderte er seine Sicht der radikalen Staatsideologie Israels, der Siedlungspläne und berichtete von dem wachsenden gewaltfreien palästinensischen Widerstand in der Grenzstadt Bil’in. Sein Anliegen ist, den internationalen Protest gegen die israelische Politik zu stärken, beispielsweise in Form von Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen. Den diskutierten Vorwurf des Antisemitismus lässt er dabei nicht gelten; zu sehr werde dieser durch die Eigenlogik des Zionismus missbraucht.
Ein Bericht zur Veranstaltung liegt auf der Homepage des Friedenszentrums.
Kristoffer Klement
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Solidarität mit Palästina
Gewerkschaftsaktionen für das Ende der Blockade des Gazastreifens
Die Schwedische Dockergewerkschaft beschloss nach der blutigen Erstürmung der Gaza Freedom Flotilla das Be- und Entladen israelischer Schiffe und Güter zwischen dem 23. und 29. Juni dieses Jahres in schwedischen Häfen zu bestreiken. (Link zur Gewerkschaftswebseite)
Dem Aufruf haben sich ebenfalls die „World Federation of Trade Unions“ und der südafrikanische "South African Transport and Allied Workers Union" (SATAWU) angeschlossen. Die südafri-kanische Gewerkschaft der GemeindearbeiterInnen (SAMWU) rief Anfang Juni auf, die Gemeinden zu freien Zonen der israelischen Apartheid zu machen. (Link zum Aufruf).
Am 21. Juni haben AktivistInnen des Transport Workers Solidarity Committee und der US-amerikanischen Solidaritätsbewegung im Hafen von Oakland für 24 Stunden die Ausladung eines israelischen Schiffes blockiert. Video über die Aktion (http://www.transportworkers.org)
Bereits im Januar 2009, während des blutigen Angriffs des israelischen Militärs auf den Gazastreifen, verweigerten südafrikanische Docker aus Protest die Entladung eines israelischen Schiffes. Der südafrikanische Gewerkschaftsdachverband (COSATU) hatte sie dabei in Erinnerung an die Dockerstreiks gegen die südafrikanische Apartheid in den 70er und 80er Jahren unterstützt.
Solidarisiert euch!
Hungerstreik von Firas Maraghy vor der Israelischen Botschaft in Berlin
Der Palästinenser Firas Maraghy ist in einen offenen Hungerstreik getreten vor der Israelischen Botschaft in Berlin. Ein Zeichen des Protestes, aber auch ein Zeichen des Entsetzens, Entsetzens über die fürchterlichen Repressalien der Israelischen Regierung gegen die in Ostjerusalem lebenden PalästinenserInnen. Die Geschichte von Firas Maraghy ist ein Spiegelbild für die Schwierigkeiten und Hürden, die die Palästinenser in Ostjerusalem tagtäglich zu bewältigen haben und das seit über 40 Jahren. Firas Maraghy kommt aus Ostjerusalem, lebt mit seiner deutschen Frau und seiner Tochter in Berlin. Nach der Geburt der Tochter wollte er was alle anderen Menschen auch täten seine Tochter in seinem Jerusalemer Bezirk eintragen lassen. Die Botschaft aber verweigerte ihm die Eintragung und trug ihm an, mit seiner Tochter nach Jerusalem zu fliegen, um dort beim Innenministerium den Antrag zu stellen. Das mag für Außenstehende logisch klingen, ist aber nur eines von vielen Mitteln einer Prozedur, die unter den Palästinensern in Jerusalem äußerst gefürchtet ist, da sie sich über viele Jahr hinweg ziehen kann - und das mit einem offenen Ende.
Hinter der Geschichte verbirgt sich eine einfache israelische Strategie. Eine Strategie, die ganz subtil darauf zielt, Ostjerusalem für die Palästinenser zu einem unerreichbaren Lebensraum zu machen. Die Aberkennung des Status quo des Palästinensers mit Jerusalem als Hauptwohnsitz ist eine inzwischen tägliche Repressalie Israels, die auf vielen Wegen erreicht wird. Das Erschweren der Eintragung der Nachkommen, insbesondere der im Ausland geborenen, ist eine der gängigsten Methoden, eine ethnische Säuberung Jerusalems zu erreichen dazu gehören auch die Verweigerung des Baurechts sowie der Verlust des Wohnrechtes bei einem längeren Auslandsaufenthalt. Die Palästinensische Gemeinde Deutschland unterstützt nicht nur den offenen Hungerstreik von Firas Maraghy, sie solidarisiert sich mit ihm. Ein Mensch hat schließlich Rechte und hier zitieren wir Artikel 13 der Erklärung der Menschenrechte: Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen. Und jeder hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren.
Macht euch stark für eine Wahrung der Menschenrechte, für eine menschenwürdige Behandlung der Palästinenser in Ostjerusalem! Schickt Solidaritätsbriefe an uns, aber auch an die Israelische Botschaft in Berlin. Denn über solch eklatante Menschenrechtsverletzungen dürfen wir nicht schweigen!
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„Widerreden - 60 Jahre Friedenspreis des Deutschen Buchhandels“
Ausstellung in der Herzog August Bibliothek
Helwig Schmidt-Glintzer, Direktor der Herzog August Bibliothek, eröffnete am 26. Juli 2010 um 19.00 Uhr in der Zeughaushalle der Bibliothek die Ausstellung „Widerreden 60 Jahre Friedenspreis des Deutschen Buchhandels“. Martin Schult vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels führte mit seinem Vortrag „Hinter den Kulissen der Friedenspreisverleihung“ in die Ausstellung ein, die noch bis 7. August im Zeughaus zu sehen ist. Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Preises im Jahr 2009 dokumentiert die Wanderausstellung in Bildern und Texten seine Geschichte. Herausragende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und kontroverse Mediendebatten prägen den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels seit seiner ersten Verleihung im Jahr 1950. Die unbekannten Anekdoten abseits des Rampenlichts und der öffentlichen Wahrnehmung des Preises sind jedoch nicht weniger spannend.
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Das Friedenszentrum besucht die IGS FF
… und was ist eigentlich die Nonviolent Peaceforce?
Bei der IGS Franzsches Feld bot sich dem Friedenszentrum die Gelegenheit in Kontakt mit jungen Erwachsenen zu treten. Die SchülerInnen der 12. Klasse des Politik-Leistungskurses luden uns zum Thema „NGOs als Alternative zu gewaltsamer Konfliktlösung und als Aufklärer“ ein. Das Thema wurde an Hand eines Referats unseres Mitarbeiters Daniel Gottschalk erarbeitet. Die anschließende Diskussion zeigte das große politische Interesse der SchülerInnen, aber auch, dass Lücken im Bildungssystem vorhanden sind, die durch solche Kooperation gefüllt werden können. Es wäre wünschenswert, wenn auch mit anderen Schulen eine solche Kooperation zustande käme. Somit fänden junge Menschen einen schnellen Draht, selbst aktiv zu werden. Für das Friedenszentrum ist es ein geeignetes Engagement zur Wissensvermittlung. Im Mittelpunkt stand die weltweite Arbeit der Nonviolent Peaceforce.
Die Nonviolent Peaceforce
Das Konzept der Nonviolent Peaceforce (NP) umfasst Aktivitäten, die als unparteiische 'Präsenz der internationalen Zivilgesellschaft' in Konfliktregionen gelten, geht aber darüber hinaus und setzt vor allem bei gewaltträchtigen Gruppen-Konflikten an: NP will als Drittpartei zur Eindämmung und Überwindung von Feindseligkeit und Gewalt zivile Interventionen in größerem Maßstab ermöglichen, und zwar ausschließlich auf Bitten von einheimischen Organisationen. Zu den Methoden der Arbeit gehören u. a. die kritische Beobachtung der Ereignisse (Monitoring), das Zwischen-die-Fronten-Treten, die schützende Begleitung von gefährdeten Personen und die Ermöglichung von Gesprächen verfeindeter Gruppen durch 'Runde Tische'.
Wesentliches Merkmal ist die vorherige sorgfältige Vor-Ort-Untersuchung der Konfliktregion. So wurde für das erste Vorhaben das von 30-jährigem Bürgerkrieg erschütterte Sri Lanka ausgewählt, nachdem die entsprechenden Fakt-Finding-Ergebnisse von drei Untersuchungen gegeneinander abgewogen worden waren. Das Pilotprojekt begann 2003 mit der Mission "Töten und Zerstören verhindern, Menschenrechte schützen und so den Raum für lokale Gruppen ausweiten, damit sie sich gewaltfrei behaupten, in Dialog eintreten und friedliche Konfliktlösungen suchen können".
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Wichtige Web-Links
1. http://www.youtube.com/user/IPPNWgermany#p/u/3/rNpnicfkG9A
Rede von Hiroshimas Bürgermeister Akiba über die Mayors for Peace
2. http://www.youtube.com/user/IPPNWgermany#p/u/5/fOa0bZ0Htn0
Rede von Xanthe Hall (IPPNW) über die Atomwaffenproblematik
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Termine:
| 06.08. |
21.00 |
100 Kerzen auf der Oker, Nähe Brücke Jasperallee / Richtung Theaterberg anlässlich des Hiroshima-Nagasaki-Gedenktags. Treffpunkt Brücke. |
| 07.08. |
11-15 h |
Infostand und Ansprachen zum Hiroshima-Nagasaki-Tag und Ankunft der FriedensreiterInnen auf dem Kohlmarkt |
| 10.08. |
19:00 |
Prof. Jörg Calließ (Loccum + TU BS) hält im Roten Saal, Schlossplatz 1, einen Vortrag Frieden muss gestiftet werden (Kant 1795), umrahmt von durch Andreas Hartmann gelesenen Texten, eine Kooperation von FZ und der Stadt, erstmalig anlässlich des Hiroshima-Gedenktags.
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| 22.08. |
15:00 |
esg, Pockelsstr. 21: Veranstaltung mit den und über die Baha'i, Moderation Herbert Erchinger: Stephan Bayer (Hannover): Gedanken des Friedens - Die Reden und Schriften von Abdu`l - Bahà für eine neue Kultur des Friedens |
| 28.08. |
19:00 |
Magnikirche: Friedensgebet mit Barbara Kramer über Kriegsdienst-verweigerer als Opfer staatlicher Willkür
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| 29.08. |
15:30 |
Friedenszentrum Sievershausen: Einweihung eines Klaus-Rauterberg-Wegs |
| 02.09. |
19:00 |
1.9. Institut für Sozialwissenschaften, Campus Nord, Bienroder Weg 97:
Prof. Ekkehart Krippendorff (Berlin): Staat und Krieg (Arbeitstitel)
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Z i t a t
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich,
dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
(Mahatma Gandhi)
Mit Friedensgrüßen
Frieder Schöbel, Kristoffer Klement, Andre Meisner und Daniel Gottschalk
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